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Tesla FSD: EU-Regulierer zeigen deutliche Skepsis gegenüber Fahrtechnologie

Interne E-Mails enthüllen erhebliche Bedenken europäischer Behörden – trotz Musks Zuversicht auf baldige EU-Zulassung.

Tesla FSD: EU-Regulierer zeigen deutliche Skepsis gegenüber Fahrtechnologie

Elon Musk gibt sich optimistisch: Tesla werde in Kürze die EU-Zulassung für sein „Full Self-Driving"-System (FSD) erhalten. Doch interne E-Mail-Korrespondenz europäischer Regulierungsbehörden, die Reuters durch Anfragen nach Einsicht in öffentliche Unterlagen vorliegen, zeichnet ein ganz anderes Bild. Die Dokumente zeigen deutliche Skepsis gegenüber der Technologie und deren angeblichen Sicherheitsvorteilen.

Teslas FSD-System – offiziell „FSD (Supervised)" genannt – erhielt im April die Zustimmung der niederländischen Straßenverkehrsbehörde RDW. Die Niederlande streben nun die EU-weite Zulassung an. Für Dienstag ist eine Anhörung in einem wichtigen EU-Ausschuss angesetzt, bei der niederländische Beamte erläutern sollen, warum sie FSD genehmigt haben und warum andere EU-Mitgliedstaaten diesem Beispiel folgen sollten.

Regulierer aus fünf Ländern äußern Bedenken

Aus den bisher unveröffentlichten E-Mails geht hervor, dass Regulierungsbehörden aus den Niederlanden, Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen eine Reihe konkreter Kritikpunkte formuliert haben. Dazu zählen:

  • Die Neigung des Systems zu Geschwindigkeitsüberschreitungen
  • Zweifel an der sicheren Einsetzbarkeit auf vereisten Straßen
  • Die Möglichkeit für Fahrer, Funktionen zu umgehen, die die Handynutzung am Steuer verhindern sollen

Darüber hinaus äußerten die Behörden Frustration über Teslas Strategie, Fahrzeugbesitzer öffentlich dazu zu ermutigen, Druck auf die Regulierungsbehörden auszuüben, um die FSD-Zulassung zu erzwingen. Dies wird als ungewöhnliches und problematisches Vorgehen im regulatorischen Prozess gewertet.

Teslas aggressive Lobbystrategie unter der Lupe

Die E-Mails belegen zudem, wie aggressiv Tesla in Europa für FSD lobbyiert. Bereits vier Tage nach Bekanntgabe der niederländischen Entscheidung am 10. April wandte sich ein Tesla-Policy-Manager an die schwedischen Behörden – noch bevor diese überhaupt Unterlagen zur Technologie geprüft hatten. Auch Estland und Finnland wurden von Tesla kontaktiert mit der Bitte, die niederländische Zulassung anzuerkennen.

Für eine EU-weite Zulassung von FSD ist eine qualifizierte Mehrheit im zuständigen Ausschuss erforderlich: Mitglieder, die mindestens 55 Prozent der EU-Mitgliedstaaten und 65 Prozent der Bevölkerung des Blocks repräsentieren, müssen zustimmen. Eine Abstimmung ist für diese Woche jedoch nicht geplant. Die nächsten Ausschusssitzungen werden für Juli und Oktober erwartet.

Viel steht auf dem Spiel für Tesla

Für Tesla ist die FSD-Zulassung in Europa von erheblicher strategischer Bedeutung. Das Unternehmen versucht, Marktanteile zurückzugewinnen, die es in den vergangenen zwei Jahren verloren hat. FSD wird als monatliches Abonnement angeboten. Das System ermöglicht unter bestimmten Umständen autonomes Fahren, verlangt jedoch, dass der Fahrer jederzeit volle Aufmerksamkeit zeigt.

Musk hatte Analysten in einer Telefonkonferenz am 22. April erklärt: „Wir gehen davon aus, dass wir in vielen anderen Ländern die Zulassung erhalten werden." Anschließend wolle Tesla die Zulassung für fahrerlose Robotaxis in Europa anstreben. Tesla reagierte auf Anfragen von Reuters für eine Stellungnahme nicht.

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