Tesla Germany mit schlechtester Bonitätsbewertung bei Creditreform
Vermögensauskunft verweigert: Finanzierung von Tesla-Fahrzeugen in Deutschland schwierig

Die Tesla Germany GmbH hat eine geforderte Vermögensauskunft nicht abgegeben, was dazu führte, dass das Unternehmen nun bei der Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit dem schlechtest möglichen Bonitätswert bewertet wird. Dies hat erhebliche Folgen für potenzielle Kunden von Tesla in Deutschland. Dirk Holl, Chef des Mobilitätsanbieters Holl AG aus Gaggenau, erlebte diese Auswirkungen aus erster Hand. Anfang Juli wollte er ein Model Y für seine Flotte anschaffen, jedoch verweigerte seine Bank die Finanzierung aufgrund der schlechten Bewertung von Tesla. Der Banker erklärte ihm, dass die Holl AG nicht das Problem sei, sondern die Bonität von Tesla.
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform verzeichnete die Tesla Germany GmbH mit einem Bonitätsindex von 600, was nach Basel-II-Kriterien bedeutet, dass das Unternehmen als ausgefallen gilt und Kredite daher abgelehnt werden. Dies führte dazu, dass Tesla Holl nur gegen Vorkasse beliefern wollte, aber sein Banker erlaubte keine Auszahlung an einen Lieferanten mit einer solch schlechten Bewertung. Hintergrund dieser Entscheidung war die Sorge, dass Tesla pleitegehen könnte, bevor der Fahrzeugbrief bei der Bank eintrifft. Creditreform schätzte die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls der deutschen Tesla-Tochter auf rund 85 Prozent.
Dirk Holl war überrascht, da er die Schlagzeilen über Teslas Absatzprobleme zwar gelesen hatte, aber das Unternehmen dennoch weit davon entfernt schien, pleitezugehen. Die Deutschlandtochter von Tesla hatte 2022 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen Jahresüberschuss von 44 Millionen Euro erzielt. Holl fragte sich, wie das Unternehmen bei solchen Zahlen eine derart schlechte Bonitätsbewertung bekommen konnte.
Das Handelsblatt fragte bei Creditreform nach und erhielt die Erklärung, dass ein "Negativmerkmal" die Bewertung von Tesla Germany GmbH nach unten zog. Konkret kam Tesla einer Aufforderung eines Berliner Gerichts zur Abgabe einer Vermögensauskunft im März nicht nach. Eine Vermögensauskunft wird von einem Gericht als Zwangsvollstreckungsmaßnahme angeordnet, um Gläubigern Klarheit über die Pfändungsmöglichkeiten zu geben. Erscheint der Schuldner nicht zum Termin oder verweigert grundlos die Abgabe der Auskunft, kann der Gläubiger den Erlass eines Haftbefehls beantragen und der Schuldner wird ins Schuldnerverzeichnis eingetragen.
Im Fall der Tesla Germany GmbH ist nicht bekannt, wem Tesla wie viel Geld schuldet oder ob Tesla die Aufforderung verweigert, ignoriert oder schlicht verschlampt hat. Tesla ließ Anfragen des Handelsblatts unbeantwortet. Vor dem Eintrag des Negativmerkmals hatte Tesla Germany einen Index-Score von 250, was einer geschätzten Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls von 0,5 Prozent entspricht. Um die schlechte Bewertung zu korrigieren, müsste Tesla seine Schulden bezahlen und den Eintrag beim Amtsgericht löschen lassen. Creditreform hat Tesla darauf hingewiesen.
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Zur AktienanalyseDirk Holl glaubt jedoch nicht daran, dass Tesla zeitnah tätig wird. Ein zuständiger Mitarbeiter von Tesla hatte sein Anliegen ins Lächerliche gezogen und arrogant gewirkt. Trotz dieser Schwierigkeiten will Holl nicht aufgeben und überlegt, das Model Y mit eigenem Geld vorzufinanzieren, da er von den E-Autos überzeugt ist.


