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Tesla-Mitarbeiter alarmieren vor Autopilot-Fehlern

Hinter den Kulissen: Interne Berichte zeigen gravierende Sicherheitsbedenken beim Autopiloten von Tesla

Tesla-Mitarbeiter alarmieren vor Autopilot-Fehlern

Seit Jahren preist Elon Musk, der CEO von Tesla, den Autopiloten als ein wesentliches Sicherheitsmerkmal der Fahrzeuge seines Unternehmens an. Doch interne Dokumente zeigen, dass einige Mitarbeiter von Tesla offenbar eine ganz andere Meinung über die Sicherheit des Autopiloten haben. In Erfahrungsberichten, die in einer Excel-Tabelle festgehalten wurden, berichten Mitarbeiter von beunruhigenden Vorfällen während der Nutzung des Autopiloten.

Gregory Dahl, Mateusz Nowak und Erik Larsen sind nur einige der Tesla-Mitarbeiter, die in diesen Berichten ihre Erfahrungen schildern. Sie berichten von Phantombremsungen, bei denen ihre Fahrzeuge ohne ersichtlichen Grund selbstständig bremsten, manchmal sogar bei hoher Geschwindigkeit. Diese Erfahrungen stehen im krassen Gegensatz zu den positiven Aussagen von Elon Musk, der den Autopiloten als sichere Technologie preist.

Tesla bietet zwei Systeme an, den Autopiloten und das sogenannte Full Self Driving, die das Ziel verfolgen, Fahrzeuge autonom auf Straßen und Autobahnen zu steuern. Musk betrachtet diese Technologie als wichtigen Schritt in die Zukunft des Verkehrs. Doch Kritiker behaupten, dass die Software des Autopiloten noch nicht ausgereift ist und Fahrer und Fußgänger gefährden kann.

Obwohl der Autopilot in bestimmten Versionen die Spur halten und wechseln, das Tempo regulieren und auf der Autobahn selbstständig fahren kann, ist ein Tesla mit eingeschaltetem Autopiloten nicht vollständig autonom unterwegs. Der Fahrer muss stets die Hände am Lenkrad behalten.

Die Beschwerden der Mitarbeiter aus Norwegen, die in der Excel-Tabelle mit dem Titel "NO Employee Vehicles false braking" dokumentiert sind, werfen ein beunruhigendes Licht auf die Sicherheit des Autopiloten. Lukasz Krupski, ein ehemaliger Mitarbeiter von Tesla in Norwegen, hatte diese Datei kopiert, nachdem interne Warnungen vor Sicherheitsproblemen ignoriert wurden. Krupski arbeitet mittlerweile nicht mehr für Tesla.

Das Handelsblatt bat Tesla um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen, erhielt jedoch keine Antwort. Die Mitarbeiter, die in diesem Dokument erwähnt werden, bewerteten die Phantombremsungen durchweg negativ. Im Oktober 2020 betrachteten sie die Fehlfunktion offenbar als lebensgefährlich und das Risiko bei Fahrten mit aktiviertem Autopiloten als unkalkulierbar.

Die Mitarbeiter konnten keine plausible Erklärung für die Vorfälle finden und blieben bei Vermutungen. Einige glaubten, dass sogar Schatten unter Brücken damit in Zusammenhang stehen könnten. Kunden in Deutschland, die ähnliche Probleme hatten, gingen bereits vor Gericht. Ein Model-3-Besitzer verklagte Tesla im Jahr 2022 vor dem Landgericht Berlin mit der Begründung eines angeblich fehlerhaften Autopiloten. Ein Sachverständigengutachten bestätigte die Gefährlichkeit des Autopiloten in deutschen Straßen.

Rechtsanwalt Christoph Lindner, der den Kläger vertritt, betonte, dass dies kein Einzelfall sei und viele Kunden den Autopiloten aus Sicherheitsbedenken nicht mehr nutzen würden. Der Prozess gegen Tesla läuft noch, und eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Diese jüngsten Enthüllungen werfen erneut Fragen zur Sicherheit des Tesla-Autopiloten auf und könnten Auswirkungen auf die Zukunft der autonom fahrenden Fahrzeuge haben.

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