Tesla zieht Kündigung von Graphit-Liefervertrag mit Syrah zurück
Der Elektroautobauer akzeptiert nun konforme Proben des australischen Bergbaukonzerns und nimmt seine Verzugsanzeige zurück.

Tesla hat seine Drohung zurückgezogen, den Graphit-Liefervertrag mit dem australischen Bergbauunternehmen Syrah Resources zu kündigen. Das bestätigte Syrah am Montag in einer Mitteilung an die australische Börse ASX. Der Elektroautohersteller akzeptiere nun, dass Syrah konforme Proben des aktiven Anodenmaterials (AAM) produziert und ausreichende Fortschritte nachgewiesen habe.
Der Hintergrund: Tesla hatte im Juli 2025 eine Verzugsanzeige gegen Syrah herausgegeben und dabei Konformitätsprobleme bei den AAM-Proben aus dem Werk in Vidalia, Louisiana, als Begründung angeführt. Vidalia gilt als der einzige vertikal integrierte Großproduzent von Anodenmaterialien außerhalb Chinas – ein strategisch bedeutsamer Standort für die westliche Batterielieferkette.
Im Rahmen des ursprünglichen Vertrags aus dem Jahr 2021 hatte Syrah geplant, über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 8.000 Tonnen Graphit-Anodenmaterial an das von Elon Musk geführte Unternehmen zu liefern. Bereits im März 2025 hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, die Frist zur Beilegung des angeblichen Verzugs zum vierten Mal zu verlängern – zuletzt bis zum 1. Juni.
Syrah-Aktie springt um über 40 Prozent
Die Nachricht löste an der australischen Börse eine deutliche Kursreaktion aus. Die Aktien von Syrah Resources stiegen um bis zu 41,4 Prozent auf 0,140 australische Dollar und erreichten damit den höchsten Stand seit dem 24. März. Damit steuerte das Papier auf seine beste Handelssitzung seit dem 23. Oktober 2023 zu – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark der Markt die Unsicherheit rund um den Vertrag eingepreist hatte. Der breitere australische Referenzindex ASX 200 lag im frühen Handel dagegen mit 0,4 Prozent im Minus.
Craig Sidney, Senior Investment Advisor bei Shaw and Partners, ordnete die Bewegung ein: „Die heutige Bewegung ist ausgehend von einer sehr niedrigen Basis positiv, und die Volumina sind wie erwartet sehr hoch." Gleichzeitig warnte er vor anhaltender Volatilität: Kurzfristig könnten einige Händler aus der Aktie aussteigen, zudem seien zum Ende des Geschäftsjahres Verkäufe zur steuerlichen Verlustverrechnung möglich.
Risiken bleiben bestehen
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Zur AktienanalyseTrotz der positiven Entwicklung ist die Situation für Syrah noch nicht vollständig geklärt. Tesla hat sich laut der ASX-Mitteilung das bestehende Recht vorbehalten, den Liefervertrag zu kündigen, falls das AAM aus Vidalia die endgültige Qualifizierung nicht erfüllt. Sidney betonte, dass weiterhin Risiken bestünden – insbesondere falls Syrah die abschließende Qualifizierung nicht erreiche.
Syrah Resources betreibt neben dem Werk in Vidalia auch die Balama Graphite Operation in Mosambik. Diese gilt als die weltweit größte integrierte Mine und Verarbeitungsanlage für Naturgraphit und bildet die Rohstoffbasis für die Anodenmaterialproduktion in Louisiana. Für Anleger bleibt die Situation damit weiterhin mit Unsicherheiten behaftet, auch wenn die Rücknahme der Kündigungsdrohung ein klares positives Signal darstellt.


