„Teufel trägt Prada 2": Sequel trifft auf sterbende Modemagazine
Die Fortsetzung des Kultfilms erscheint am Freitag – doch die glorreiche Ära der Modemagazine ist längst Geschichte.

Als „Der Teufel trägt Prada" im Jahr 2006 in die Kinos kam, befanden sich Modemagazine wie die Vogue auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Macht. Die Hefte waren prall gefüllt mit Anzeigen, die Mitarbeiter reichten üppige Spesenabrechnungen ein, und die Magazine galten als unbestrittene Bibeln der Modewelt. Nun erscheint die lang erwartete Fortsetzung von Walt Disney Studios – und trifft auf eine Branche, die kaum noch wiederzuerkennen ist.
Die Fortsetzung kommt am Freitag in die Kinos. Doch in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Welt der Modemagazine grundlegend verändert. Sowohl die Anzeigenseiten als auch Vogues legendäre September-Ausgabe – einst das Maß aller Dinge im Modejournalismus – haben sich laut MarketWatch halbiert.
Ein Kultfilm trifft auf eine veränderte Welt
Der Originalfilm aus dem Jahr 2006 dokumentierte eine Ära, in der gedruckte Modemagazine noch uneingeschränkte kulturelle und wirtschaftliche Macht besaßen. Die September-Ausgabe der Vogue galt dabei als das wichtigste Heft des Jahres – ein Ereignis für sich, das mit Hunderten von Anzeigenseiten und exklusiven Modestrecken aufwartete. Diese Ausgabe war nicht nur ein Magazin, sondern ein Statement der gesamten Modeindustrie.
Heute ist dieses Bild kaum mehr vorstellbar. Der Rückgang der Printanzeigen, veränderte Konsumgewohnheiten und der Aufstieg digitaler Plattformen haben die klassischen Modemagazine in eine tiefe Krise gestürzt. Was einst als unerschütterliche Institution galt, kämpft nun ums Überleben – oder hat sich zumindest grundlegend neu erfinden müssen.
Strukturwandel in der Medienbranche
Der Niedergang der Modemagazine steht exemplarisch für einen breiteren Wandel in der gesamten Printmedienbranche. Anzeigenkunden, die früher Millionen in ganzseitige Modeanzeigen investierten, verlagern ihre Budgets zunehmend in digitale Kanäle, Social-Media-Plattformen und Influencer-Marketing. Für deutsche Leser ist dieser Trend ebenfalls vertraut: Auch hierzulande kämpfen Titel wie Vogue Deutschland, Elle oder Glamour mit sinkenden Auflagen und schwindenden Werbeeinnahmen.
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Zur AktienanalyseDie Halbierung der Anzeigenseiten in Vogues September-Ausgabe ist dabei mehr als eine Zahl – sie ist ein Symbol für den Bedeutungsverlust eines ganzen Medienformats. Was der Originalfilm 2006 als glamouröse, mächtige Welt inszenierte, existiert in dieser Form schlicht nicht mehr.
Die Fortsetzung von Walt Disney Studios erscheint damit zu einem bemerkenswert symbolischen Zeitpunkt: als nostalgischer Blick zurück auf eine Ära, die unwiederbringlich vergangen scheint. Ob das Sequel auch die veränderte Realität der Modemedien thematisiert, wird sich ab Freitag zeigen.


