Thales verbucht 450-Millionen-Belastung nach F126-Fregattenstopp
Der französische Rüstungskonzern Thales leidet unter dem deutschen Rückzug aus dem milliardenschweren F126-Fregattenprogramm.

Der französische Luftfahrt- und Verteidigungskonzern Thales muss eine außerordentliche Belastung von rund 450 Millionen Euro verbuchen. Auslöser ist die Entscheidung der Bundesregierung, das Beschaffungsprogramm für die F126-Fregatten nicht weiterzuverfolgen. Thales war als Subunternehmer in das Projekt eingebunden und trägt nun die finanziellen Konsequenzen des Scheiterns.
Bei dem gestoppten Vorhaben handelte es sich um die potenziell größte Kriegsschiffklasse Deutschlands seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der niederländische Schiffbauer DSNS fungierte als Hauptauftragnehmer, während Thales eine wichtige Rolle als Subunternehmer übernahm. Die Bundesregierung hatte ursprünglich mit der Auslieferung der ersten Tranche der Fregatten im Jahr 2033 gerechnet.
Kostensteigerungen und Verzögerungen als Auslöser
Das Projekt geriet ins Stocken, weil DSNS das angestrebte Budget und den vereinbarten Zeitplan nicht einhalten konnte. Berlin leitete daraufhin die Übertragung des Projekts an den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall ein. Doch auch dieser Weg führte nicht zum Ziel.
Im vergangenen Monat gab Berlin bekannt, dass man sich gegen eine Bestellung von sechs F126-Fregatten bei Rheinmetall entschieden habe. Das Auftragsvolumen hätte sich auf rund 15,2 Milliarden Euro (etwa 17,38 Milliarden US-Dollar) belaufen. Als Grund nannte die Bundesregierung erneut Verzögerungen und Kostensteigerungen.
Stattdessen fiel die Wahl auf eine alternative Lösung: Deutschland entschied sich für den Kauf von acht MEKO A-200-Fregatten des deutschen Schiffbauers TKMS. Damit wechselte die Bundesregierung sowohl den Auftragnehmer als auch das Schiffsmodell vollständig aus.
Thales trägt bereits angefallene Kosten
Thales gab am Freitag bekannt, dass die Belastung von rund 450 Millionen Euro zwei Komponenten umfasst. Zum einen handelt es sich um bereits für das Projekt aufgewendete Kosten, zum anderen um eine konservative Schätzung der zu erwartenden Entschädigungszahlungen. Das Unternehmen betonte, dass die Belastung weitgehend nicht zahlungswirksam sei, also den tatsächlichen Geldabfluss begrenzt hält.
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Zur AktienanalyseDas Scheitern des F126-Programms verdeutlicht die Risiken, die Rüstungsunternehmen als Subunternehmer in komplexen staatlichen Großprojekten tragen. Wenn ein Hauptauftragnehmer Kosten- und Zeitvorgaben nicht erfüllen kann, sind auch die beteiligten Zulieferer und Subunternehmer unmittelbar betroffen – selbst wenn sie ihren eigenen Teil des Auftrags ordnungsgemäß erfüllt haben.
Für den deutschen Verteidigungssektor markiert die Entscheidung zugunsten der MEKO A-200-Fregatten von TKMS einen bedeutenden Kurswechsel. Die Bundeswehr erhält damit zwar acht statt sechs Schiffe, jedoch ein anderes Modell als ursprünglich geplant. Wie sich die Umstellung auf den Zeitplan der deutschen Marinerüstung auswirkt, bleibt abzuwarten.


