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Thüringens Abhängigkeit von China wächst durch Batteriefabrik

Warnungen vor ungesunder Abhängigkeit von nur einem Lieferanten - Hoffnung auf Zusammenarbeit mit CATL

Thüringens Abhängigkeit von China wächst durch Batteriefabrik

Thüringen hat in den letzten Jahren eine sprunghafte Zunahme von Importen aus China erfahren und ist nun von China abhängig, was die Lieferungen betrifft. Laut Statistik stiegen die Einfuhren von China nach Thüringen von einem Anteil von knapp zehn Prozent im Jahr 2019 auf 27,3 Prozent im Jahr 2022 an. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf den Bau einer großen Batteriefabrik am Erfurter Kreuz zurückzuführen. Der chinesische Batteriehersteller "Contemporary Amperex Technology Co. Limited" (CATL) hat 1,8 Milliarden Euro in das Werk investiert und versprochen, etwa 2000 Arbeitsplätze zu schaffen. Die Batterien werden unter anderem in Autos von BMW und Audi verbaut.

Unter den bisher etwa 1000 Beschäftigten sind Hunderte chinesische Arbeiter im Einsatz, um das Werk ordnungsgemäß hochzufahren. Die chinesischen Arbeiter kennen die aus China gelieferten Maschinen und Vorprodukte und sollen die wachsende Zahl einheimischer Mitarbeiter trainieren. Nach und nach soll ihr Anteil geringer werden. Ein Professor für Wirtschaftspolitik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena warnt davor, dass Kooperationen im Technologiebereich in China so lange gerne gesehen werden, wie das Wissen in Richtung China fließt. Die chinesische Politik setzt alles daran, von westlichen Lieferanten unabhängig zu werden.

Es gibt Sorgen vor einer ungesunden Abhängigkeit von nur einem Lieferanten. Der Chief Operating Officer des Maschinenbauers Ruhlamat mit Sitz in Gerstungen in Westthüringen warnt, dass Deutschland bei einer solchen Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen in Schwierigkeiten geraten könnte. China habe gezeigt, dass es während der Corona-Pandemie die Häfen für vier Wochen schließen könne. Doch wer in China verkaufen wolle, von dem werde erwartet, dass er vor Ort produziert. Im Thüringischen Wirtschaftsministerium gibt man sich gelassener. China habe ein Interesse daran, seine Waren "langfristig auf dem deutschen und europäischen Markt abzusetzen und muss sich als zuverlässiger Partner präsentieren", sagt der Wirtschaftsminister des Landes, Wolfgang Tiefensee (SPD).

Dennoch gibt es in Thüringen die Hoffnung, dass CATL als großer Autozulieferer Aufträge in der Region verteilt. Etwa bei Batterieschaltungen oder Gehäusen hätten Thüringer Zulieferer viel zu bieten und rechneten durchaus mit einer Zusammenarbeit. Eine CATL-Sprecherin schreibt auf Anfrage, dass sie als Zulieferer deutscher Auto- und Lkw-Hersteller langfristig wichtiges Know-how und eine lokale Fertigung anstreben und so den Hochlauf der E-Mobilität beschleunigen möchten. Sie arbeiten bereits mit vielen Unternehmen in Deutschland zusammen. Der Zulieferer Automotive Thüringen zeigt sich zuversichtlich, dass Thüringer Zulieferer bei der Produktion von Batterieteilen mithalten können.

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