Thyssenkrupp senkt Prognose und Investitionen
Verluste durch Stahl belasten, Börsengang und Umbau sollen Stabilität bringen

Thyssenkrupp hat seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert und zugleich die Investitionspläne reduziert. Der Industriekonzern verzeichnete im dritten Quartal 2024/25 einen Fehlbetrag von 255 Millionen Euro. Besonders die Stahlsparte belastete das Ergebnis, da neben einer schwächeren Nachfrage auch sinkende Preise den Umsatz auf 8,2 Milliarden Euro nach 9,0 Milliarden Euro im Vorjahr drückten. Zusätzlich wirkten Abschreibungen negativ auf die Bilanz.
Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen nun von einem Umsatzrückgang zwischen fünf und sieben Prozent aus, nachdem zuvor ein Minus von höchstens drei Prozent prognostiziert worden war. Das bereinigte operative Ergebnis wird voraussichtlich am unteren Ende der bereits genannten Spanne zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro liegen. Trotz der schwachen Entwicklung hält der Vorstand an der grundsätzlichen Absicht fest, eine Dividende auszuschütten. Finanzchef Axel Hamann erklärte, man wolle eine gewisse Kontinuität in der Ausschüttung wahren, auch wenn über konkrete Zahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde.
Etwas Entlastung könnte aus der Restbeteiligung an der früheren Aufzugssparte resultieren. Hamann stellte eine Wertzuschreibung beim Anteil am Elevator-Geschäft in Aussicht, die die Prognosen stützen dürfte. Parallel dazu reagiert Thyssenkrupp mit einer Kürzung der Investitionspläne: Für das laufende Geschäftsjahr sollen nun nur noch 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro aufgewendet werden, nachdem bislang 1,6 bis 1,8 Milliarden Euro vorgesehen waren.
Die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus. Der Aktienkurs des Konzerns brach um fast neun Prozent ein. Vorstandschef Miguel Lopez verwies auf die schwierige Lage in wichtigen Kundenindustrien wie der Automobilbranche, dem Maschinenbau und der Bauwirtschaft. Das schwache Marktumfeld sei klar spürbar. Der Konzern setze deshalb verstärkt auf Kostensenkungsmaßnahmen und treibe gleichzeitig den Konzernumbau voran.
Zu den zentralen Projekten zählt der geplante Börsengang der Marinesparte TKMS, dem die Aktionäre bereits zugestimmt haben. Zudem soll die Stahlsparte verselbstständigt werden. Hierbei ist ein Joint Venture mit der EPG-Holding des tschechischen Unternehmers Daniel Kretinsky vorgesehen. Hamann betonte, die Gespräche mit EPG verliefen konstruktiv, doch zunächst müsse der Businessplan für die Stahlsparte abgeschlossen werden.
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Zur AktienanalyseDie Stahlaktivitäten bleiben eine wesentliche Belastung. Das bereinigte Ebit von Steel Europe sank im Quartal auf 31 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 100 Millionen Euro betragen hatte. Zusätzlich drückten erneute Abschreibungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro auf das Ergebnis des Gesamtkonzerns.

