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Tilrays Brewdog-Übernahme: Einbrechende Umsätze als erstes Warnsignal

Das britische Brewdog-Geschäft verliert massiv an Boden – und das ausgerechnet kurz nach der Übernahme durch Tilray.

Tilrays Brewdog-Übernahme: Einbrechende Umsätze als erstes Warnsignal

Tilray, einst als Cannabis-Aktie gefeiert und heute mehr als 95 Prozent unter seinen Allzeithochs notierend, setzt auf eine radikale Neuausrichtung. Der Kauf des britischen Craft-Bier-Brauers Brewdog ist dabei ein zentraler Baustein der neuen Strategie. Doch erste Zahlen aus Großbritannien geben Anlass zur Sorge.

Laut dem britischen Branchenbeobachter „The Grocer" sind die Umsätze des britischen Brewdog-Geschäfts seit Einleitung des Verkaufsprozesses um 22,5 Prozent gesunken. Das Volumen ging um fast 22 Prozent zurück – und die Rückgänge beschleunigen sich offenbar weiter. Für Tilray sind das keine guten Nachrichten kurz nach dem Abschluss der Transaktion.

Tilray hat einen kriselnden Vermögenswert erworben

Tilray zahlte rund 44 Millionen US-Dollar für das britische Geschäft von Brewdog. Den Preis für den US-Teil des Deals gab das Unternehmen nicht bekannt. Angesichts der Größe von Tilray selbst dürfte auch dieser Betrag überschaubar gewesen sein. Das Unternehmen übernahm dabei nicht das gesamte Brewdog-Imperium, sondern wählte gezielt Standorte aus – die übrigen wurden geschlossen.

Tilray beschreibt sich selbst als „globales Lifestyle- und Konsumgüterunternehmen" und will den Wandel von einer reinen Cannabis-Aktie hin zu einem Markenmanager vollziehen. Das Portfolio umfasst dabei Marihuana, CBD und Alkohol. Die Logik hinter dem Brewdog-Kauf ist damit klar: Craft-Bier passt in dieses Bild.

Trotz der schwachen Umsatzzahlen hält Brewdog im britischen Craft-Bier-Markt noch immer einen Marktanteil von knapp 50 Prozent. Das ist eine substanzielle Basis, mit der Tilray arbeiten kann – sofern es gelingt, die Marken zu stabilisieren und neu zu positionieren.

Sanierungsfall mit Potenzial – aber hohem Risiko

Tilray wusste beim Kauf, dass Brewdog ein Sanierungsobjekt ist. Das Management muss nun zunächst festlegen, was es mit den erworbenen Marken vorhat, und diese Pläne anschließend umsetzen. Eine Übergangsphase mit schwachen Umsatzzahlen ist in solchen Situationen nicht ungewöhnlich. Der eigentliche Test wird sein, wo die Brewdog-Marken in ein oder zwei Jahren stehen.

Dennoch bleibt Tilray eine hochriskante Investition. Das Unternehmen schreibt Verluste und befindet sich mitten in einer umfassenden Umstrukturierung. Der ursprüngliche Fokus auf den Marihuana-Markt hat nicht die erhofften Ergebnisse gebracht – die Aktie ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie schnell Anleger-Euphorie in herbe Verluste umschlagen kann.

Für die meisten Privatanleger dürfte Tilray daher keine geeignete Investition sein. Nur wer bereit ist, ein hohes Risiko einzugehen und eine längere Durststrecke auszusitzen, sollte die Aktie überhaupt in Betracht ziehen. Abschließend bewerten lässt sich die Brewdog-Strategie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht – dafür ist es schlicht zu früh.

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