Tochter des Thai-Bier-Milliardärs führt Berli Jucker als erste Frau
Thapanee Techajareonvikul leitet seit 2023 das Handels- und Verpackungskonglomerat Berli Jucker – als erste weibliche CEO in der Unternehmensgeschichte.

Thapanee Techajareonvikul ist die Tochter von Charoen Sirivadhanabhakdi, dem Gründer des thailändischen TCC-Konzerns, der unter anderem das bekannte Chang-Bier produziert. Seit 2023 führt sie als CEO und Präsidentin das Unternehmen Berli Jucker PCL – und ist damit die erste Frau an der Spitze des traditionsreichen Konzerns. Für sie war es nie eine Frage, ob Frauen in Führungspositionen gehören: Ihre verstorbene Mutter Wanna Sirivadhanabhakdi war maßgeblich am Aufbau des TCC-Imperiums beteiligt.
Das TCC-Konglomerat umfasst Bereiche wie Getränke, Immobilien, Einzelhandel und Produktion. Zu den bekanntesten Beteiligungen zählen neben Chang-Bier auch das in Singapur börsennotierte Unternehmen Fraser & Neave. Forbes schätzt das Gesamtvermögen der Familie Sirivadhanabhakdi auf 10,5 Milliarden US-Dollar – damit belegt die Familie den vierten Platz unter den reichsten Thailändern.
Ein Familienimperium, aufgeteilt unter fünf Geschwistern
Charoen Sirivadhanabhakdi stellte sicher, dass alle seine fünf Kinder – zwei Söhne und drei Töchter – innerhalb des Familienunternehmens gleiche Chancen erhielten. Heute leitet jedes der Geschwister einen anderen Teil des Konzerns. Thapanee, das vierte Kind und jüngste Tochter, übernahm 2023 die Führung von Berli Jucker PCL. Zum Portfolio des Unternehmens gehört Big C, Thailands zweitgrößte Hypermarktkette mit Niederlassungen in Vietnam, Kambodscha, Laos und Hongkong.
Ihr älterer Bruder Thapana leitet die in Singapur börsennotierte Thai Beverage PCL, unter der die Spirituosen-Assets der Gruppe konsolidiert sind. Ihre zweitälteste Schwester Wallapa Traisorat steht an der Spitze der Asset World Corp PLC in Thailand. Ihr jüngerer Bruder Panote Sirivadhanabhakdi führt die in Singapur börsennotierte Frasers Property. Die älteste Schwester Atinant Bijananda fungiert als stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Thai Group Holdings, einer Investment-Holdinggesellschaft innerhalb der TCC-Gruppe.
Strategie: Wachstum durch gezielte Übernahmen
Thapanee betonte, dass die Expansion der TCC-Gruppe durch Fusionen und Übernahmen stets von strategischer Passgenauigkeit geleitet wurde. Als Beispiel nannte sie die Übernahme von Berli Jucker im Jahr 2001, die primär wegen der Glasflaschenproduktion erfolgte – eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Bier- und Spirituosengeschäft. Zu den kurzfristigen Prioritäten des Unternehmens gehört nun die Integration von MM Mega Market, einem vietnamesischen Großhändler für Konsumgüter, der kürzlich für rund 720 Millionen US-Dollar von TCC erworben wurde.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Thapanee erklärte, dass KI bereits genutzt wird, um Lieferpläne zu optimieren und den Energieverbrauch in den Produktionsstätten der Gruppe zu senken. Ihr Ehemann Aswin Techajareonvikul, der frühere Chef von Berli Jucker, leitet derzeit Big C im Rahmen der Vorbereitungen auf einen Börsengang und ist zudem stellvertretender Exekutivvorsitzender des Vorstands von Berli Jucker.
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Zur AktienanalyseFamilienwerte als Fundament des Unternehmens
Thapanee beschreibt ihren Managementansatz als geprägt von den Werten ihrer Eltern: Zuhören, Respekt und die Förderung eines Zugehörigkeitsgefühls unter den Mitarbeitern. Ihre Mutter habe dabei eine ausgleichende Rolle eingenommen und ein wichtiges Gegengewicht zur Risikofreude ihres Vaters gebildet – dieser habe selten ohne den Segen seiner Frau gehandelt. Beide Eltern betonten harte Arbeit und Bescheidenheit als Schlüssel zum Erfolg.
Bevor Thapanee in das Familienunternehmen eintrat, war sie bei Merrill Lynch in Singapur tätig. Die Geschwister treffen sich heute regelmäßig, um Angelegenheiten des Konglomerats zu besprechen – insbesondere nachdem ihr Vater im vergangenen Jahr Anteile an der Holdinggesellschaft der TCC-Gruppe auf seine fünf Kinder übertragen hatte. Für die dritte Generation lässt die Familie laut Thapanee mehr Freiheit bei der Gestaltung des eigenen Weges. Einige Mitglieder haben bereits begonnen, ihre Interessengebiete zu identifizieren – so hat ein Neffe, der derzeit ein Masterstudium absolviert, Interesse am Immobiliengeschäft der Familie bekundet.


