Tödliche Tankerkollision: Kapitän vor Gericht in London
Der Kapitän eines Containerschiffs steht in London wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Bei der Kollision mit einem US-Tanker vor der britischen Küste kam ein Besatzungsmitglied ums Leben.

Der russische Kapitän Vladimir Motin (59) muss sich vor dem renommierten Old Bailey Gericht in London verantworten. Ihm wird vorgeworfen, durch grobe Fahrlässigkeit den Tod eines Besatzungsmitglieds verursacht zu haben. Im März 2025 rammte sein Containerschiff "Solong" den vor Anker liegenden US-Tanker "Stena Immaculate" vor der Ostküste Großbritanniens.
Bei dem Unglück kam der philippinische Seemann Mark Pernia (38) ums Leben. Seine Leiche wurde nie gefunden, er gilt jedoch als tot. Motin plädiert auf nicht schuldig und beteuert, alles Mögliche getan zu haben, um die Katastrophe zu verhindern.
Autopilot konnte nicht rechtzeitig deaktiviert werden
Laut Motins Verteidiger James Leonard war sich der Kapitän der "Stena Immaculate" bereits aus einer Entfernung von mindestens neun Seemeilen (16,7 Kilometer) bewusst. Das Schiff wurde zu diesem Zeitpunkt vom Autopiloten gesteuert. Als die "Solong" nur noch etwa eine Seemeile vom Tanker entfernt war, versuchte Motin den Autopiloten zu deaktivieren, um manuell den Kurs zu ändern.
"Es ist unbestritten, dass es zu keiner Kollision gekommen wäre, wenn er den Kurs wie beabsichtigt geändert hätte", erklärte Leonard vor Gericht. Der Versuch, das Schiff vom Autopiloten zu nehmen, blieb jedoch erfolglos. Die zentrale Frage für die Geschworenen: Warum wartete Motin so lange mit dem Eingriff?
Staatsanwaltschaft wirft "absolutes Nichtstun" vor
Die Anklage sieht den Fall deutlich anders. Staatsanwalt Tom Little warf Motin vor, "absolut nichts" unternommen zu haben, um die Kollision zu verhindern. Auch Verteidiger Leonard räumte ein, dass "kein Zweifel" daran bestehe, dass der Kapitän schuldhaft gehandelt habe, da er die Kollision nicht verhinderte.
Kernfrage: Grobe Fahrlässigkeit oder einfaches Verschulden?
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Zur AktienanalyseDie Geschworenen müssen nun prüfen, ob Motins Verhalten als "grob fahrlässig" einzustufen ist oder ob es sich um ein geringeres Verschulden handelt. Leonard betonte, dass die Jury auch untersuchen müsse, ob ein etwaiges Fehlverhalten des Kapitäns tatsächlich ursächlich für die Kollision war.
Der Prozess am Old Bailey, einem der bekanntesten Strafgerichte Großbritanniens, soll voraussichtlich im Februar abgeschlossen werden. Für Motin steht viel auf dem Spiel: Bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung drohen ihm mehrere Jahre Haft.


