Topps Tiles senkt Jahresprognose wegen Hitzewelle und schwacher Nachfrage
Extreme Hitzewellen bremsen Bauträger aus und veranlassen den britischen Fliesenhändler zur Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr.

Der britische Fliesenhändler Topps Tiles hat am Mittwoch seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen extreme Hitzewellen, die zu vorübergehenden Arbeitsunterbrechungen bei Bauträgern führten, sowie eine veränderte Nachfrage hin zu günstigeren Produkten. Das Unternehmen erwartet nun für das im September endende Geschäftsjahr einen bereinigten Vorsteuergewinn von über 6,5 Millionen Pfund.
Der Konzernumsatz inklusive der im August 2024 erworbenen Marke CTD belief sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 75,6 Millionen Pfund. Das entspricht einem Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohne CTD lag der Quartalsumsatz bei 69,4 Millionen Pfund.
Hitzewelle und Makroumfeld belasten das Ergebnis
Der flächenbereinigte Umsatz lag zwar auf Vorjahresniveau, verschlechterte sich jedoch in der zweiten Hälfte des Quartals spürbar. Das Unternehmen räumte ein, dass die Ergebnisse hinter den eigenen Prognosen zurückblieben. Neben den Hitzewellen, die Handwerker und Bauträger zur Arbeitspause zwangen, belastete auch das makroökonomische Umfeld das Geschäft, da Kunden verstärkt zu preisgünstigeren Produkten griffen.
Einen Nachholeffekt hält Topps Tiles zwar für wahrscheinlich, erwartet diesen jedoch nicht mehr innerhalb des laufenden Geschäftsjahres. Das Unternehmen betonte gleichzeitig, sich weiterhin besser als der Gesamtmarkt entwickelt zu haben. Zum Vergleich: Der Barclays UK Consumer Spend Report verzeichnete für den Baumarktsektor Rückgänge von 2,1 Prozent im April und 1,0 Prozent im Mai.
Wachstum bei harten Oberflächen und Online-Umsatz
Trotz des schwierigen Umfelds gibt es auch positive Signale. Die neue Produktkategorie „harte Oberflächen" wuchs im dritten Quartal um starke 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Online-Umsatzanteil legte zu: Im Vergleich zum Halbjahr stieg er um 2,3 Prozentpunkte, gegenüber dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 sogar um 3,7 Prozentpunkte.
Das Handelsgeschäft verzeichnete im Quartal ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die jüngsten Perioden wurden durch vorübergehende Arbeitsstopps bei Bauträgern und Handwerkern belastet. CTD betreibt inzwischen noch 23 Filialen, nach zuvor 31 – ein Rückgang, der auf wirtschaftlichen Druck sowie die Veräußerung von vier Standorten nach einer Untersuchung der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority) zurückzuführen ist.
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Zur AktienanalyseCEO sieht strategische Fortschritte trotz Gegenwind
Chief Executive Alex Jensen zeigte sich trotz der Gewinnwarnung zuversichtlich. Er erklärte, das Unternehmen mache „erhebliche strategische Fortschritte bei unseren Prioritäten" und die Maßnahmen zur Verbesserung der Rentabilität „zeigen Wirkung und werden das Unternehmen für eine langfristig nachhaltige Performance positionieren". Gleichzeitig räumte er ein, dass „das wirtschaftliche Umfeld weiterhin herausfordernd bleibt".
Topps Tiles bekräftigte, weiterhin auf Kurs zu sein, seine Eigeninitiativen umzusetzen. Dazu zählen die Optimierung des Filialportfolios, ein neues kostengünstigeres und flexibles Arbeitsmodell sowie die Konsolidierung von Funktionen in der Hauptverwaltung. Für Anleger bleibt abzuwarten, ob der erwartete Nachholeffekt im neuen Geschäftsjahr tatsächlich eintritt und das Unternehmen seine Rentabilitätsziele erreichen kann.


