TotalEnergies lehnt Venezuela-Investition ab: Zu teuer und umweltschädlich
Französischer Energiekonzern erteilt Trump-Forderung nach Milliarden-Investment eine klare Absage

Der französische Energiekonzern TotalEnergies wird trotz massiven Drucks aus Washington nicht nach Venezuela zurückkehren. CEO Patrick Pouyanné erteilte den Forderungen von US-Präsident Donald Trump eine klare Absage: Eine Rückkehr sei "zu teuer und zu umweltbelastend". Das Unternehmen hatte sich bereits 2022 aus dem südamerikanischen Land zurückgezogen.
Die Trump-Administration drängt seit der Militäroperation zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar massiv auf eine Rückkehr westlicher Ölkonzerne. Trump fordert Investitionen von insgesamt 100 Milliarden US-Dollar zum Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie und verspricht amerikanischen Unternehmen staatliche Sicherheitsunterstützung.
Pouyanné begründete die ablehnende Haltung mit strategischen Überlegungen: "Wir haben das Land verlassen, weil es im Widerspruch zu unserer Strategie stand. Es war zu teuer und zu umweltbelastend, und das ist nach wie vor der Fall." Der Rückzug 2022 erfolgte im Rahmen einer strategischen Abkehr von schwerem und schwefelhaltigem Rohöl sowie aus Sicherheitsbedenken.
Spannungen zwischen Trump und Ölkonzernen
TotalEnergies steht mit seiner Zurückhaltung nicht allein. Auch der US-Ölriese Exxon Mobil zögert bei einer schnellen Rückkehr. CEO Darren Woods bezeichnete den venezolanischen Markt kürzlich als "uninvestierbar" – und löste damit einen öffentlichen Konflikt mit Trump aus. Der US-Präsident griff Woods scharf an, drohte mit Ausgrenzung und warf Exxon "Taktieren" vor.
Venezuela verfügt über die weltweit größten Ölreserven, doch die jahrelange Misswirtschaft und internationale Sanktionen haben die Infrastruktur stark beschädigt. Die Förderung von schwerem, schwefelhaltigem Rohöl ist technisch anspruchsvoll und kostenintensiv. Zudem widerspricht sie zunehmend den Nachhaltigkeitszielen der Energiekonzerne.
Solide Quartalszahlen trotz schwachem Ölpreis
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Zur AktienanalyseTotalEnergies meldete am Mittwoch einen leichten Gewinnrückgang im vierten Quartal und reduzierte die Aktienrückkäufe aufgrund des schwächeren Rohölpreisumfelds. Trotzdem reagierte die Börse positiv: Die Aktien des in Paris notierten Unternehmens stiegen im Vormittagshandel um fast 2 Prozent und erreichten ein neues 52-Wochen-Hoch.
Die klare Positionierung von Pouyanné unterstreicht die wachsende Kluft zwischen politischen Forderungen und wirtschaftlichen Realitäten in der Ölindustrie. Während Trump auf schnelle Erfolge in Venezuela setzt, bleiben die Energiekonzerne bei ihrer vorsichtigen Risikobewertung.


