Toyota trotzt Trump-Zöllen: Rekordabsatz von 10,5 Millionen Fahrzeugen
Japanischer Autogigant behauptet Weltmarktführerschaft trotz 25-prozentiger US-Importzölle auf japanische Automobile.

Toyota Motor hat seine Position als weltweit meistverkaufter Autohersteller im Jahr 2025 gefestigt und einen Rekordabsatz von 10,5 Millionen Einheiten erzielt. Der japanische Konzern steigerte seine Verkäufe inklusive der Luxusmarke Lexus um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ließ damit den Volkswagen-Konzern mit 9 Millionen Einheiten und die Hyundai Motor Group mit 7,27 Millionen Fahrzeugen deutlich hinter sich.
Besonders bemerkenswert ist dieser Erfolg angesichts der aggressiven Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte zunächst Importzölle von 25 Prozent auf japanische Automobile verhängt, die später auf 15 Prozent reduziert wurden. Trotz dieser Belastungen konnte Toyota seinen US-Absatz um 7,3 Prozent auf 2,93 Millionen Einheiten steigern.
Der Erfolg basiert vor allem auf der starken Nachfrage nach Hybridfahrzeugen wie dem Prius und RAV4. Toyota verfolgte dabei eine klare Strategie: Anstatt die Zollkosten vollständig an die Kunden weiterzugeben, absorbierte das Unternehmen einen Großteil der Belastungen und setzte gleichzeitig auf lokale Produktion sowie strikte Kostenkontrolle.
Zölle belasten Bilanz mit 9,7 Milliarden Dollar
Die finanziellen Auswirkungen der US-Zölle sind dennoch erheblich. Toyota schätzt, dass die Abgaben das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr, das im März 2026 endet, rund 1,45 Billionen Yen kosten werden – umgerechnet etwa 9,7 Milliarden US-Dollar. Trotzdem hob der Konzern seine Prognose für den Betriebsgewinn an und verwies auf erfolgreiche Kostensenkungen sowie eine robuste Nachfrage außerhalb der USA.
Ein entscheidender Vorteil Toyotas liegt in der Produktionsstruktur: Nur etwa ein Fünftel des US-Absatzes basiert auf Importen, während der Rest lokal gefertigt wird. Das Unternehmen treibt die Expansion der US-Produktion weiter voran und fokussiert sich dabei besonders auf Hybridfahrzeuge.
Konkurrent Hyundai kämpft mit höheren Belastungen
Während Toyota gestärkt aus dem Jahr 2025 hervorgeht, zeigt sich bei der Konkurrenz ein differenzierteres Bild. Hyundai Motor meldete zwar ein globales Absatzwachstum von über 6 Prozent, jedoch brach der Betriebsgewinn um 19,5 Prozent ein. Die US-Zölle kosteten den südkoreanischen Hersteller umgerechnet 4,1 Billionen Won.
Hyundai ist deutlich stärker von Importen abhängig als Toyota. Im Jahr 2025 wurden nur etwa 40 Prozent des US-Absatzes im Inland produziert. Das Unternehmen plant allerdings, die lokale Fertigung in seinen Georgia-Werken bis 2030 auf über 80 Prozent zu steigern. Die Aktien von Hyundai verloren nach erneuten Zolldrohungen Trumps fast 5 Prozent an Wert.
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Zur AktienanalyseAnalysten erwarten deutliche Gewinnsteigerung
Toyota wird am 6. Februar seine Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal vorlegen. Analysten rechnen laut Reuters-Schätzungen mit einer Erholung der Betriebsgewinne um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Börse reagierte bereits positiv: Die Toyota-Aktie legte am Donnerstag um 3 Prozent zu.
Der Erfolg Toyotas zeigt, dass eine Kombination aus lokaler Produktion, strategischer Zurückhaltung bei Preiserhöhungen und einem starken Produktportfolio im Hybrid-Segment auch in einem von Handelskonflikten geprägten Umfeld zum Erfolg führen kann. Für deutsche Anleger bleibt Toyota damit ein interessanter Wert im globalen Automobilsektor.


