Trade Republic schreibt erstmals schwarze Zahlen
Kostensenkungen und steigende Provisionserträge führen zu 14 Millionen Euro Gewinn

Trade Republic hat im Geschäftsjahr 2022/2023 erstmals einen Jahresüberschuss erzielt. Der Berliner Neobroker verzeichnete einen Gewinn von 14 Millionen Euro. Dies markiert einen Wendepunkt, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 145 Millionen Euro ausgewiesen wurde. Der positive Abschluss ist vor allem auf die gestiegenen Provisionserträge sowie drastische Kostensenkungen zurückzuführen. Die Provisionserträge, hauptsächlich aus dem Handel mit Aktien und ETFs, stiegen um 24 Prozent auf 180 Millionen Euro. Trade Republic erhebt dabei pro Transaktion eine Fremdkostenpauschale von einem Euro, unabhängig vom Ordervolumen.
Neben den gestiegenen Einnahmen hat der Neobroker auch seine allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um 61 Prozent auf 135 Millionen Euro reduziert. Die Einsparungen betreffen vor allem den Bereich der „anderen Verwaltungsaufwendungen“, zu denen Marketing, Mieten sowie Ausgaben für Software- und Hardwaredienstleistungen zählen. Die Personalkosten hingegen stiegen leicht an. Bereits im Januar hatte Mitgründer Christian Hecker den Gewinn in einem Interview angekündigt, wobei er auf den zweistelligen Millionenbereich hinwies.
Trade Republic gehört zu den bekanntesten Fintech-Unternehmen Deutschlands und konnte seine Bewertung im Jahr 2022 auf fünf Milliarden Euro steigern. Das Unternehmen zählt mittlerweile über vier Millionen Kunden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war im vergangenen Jahr die Einführung von Zinsaktionen, die das Kundeninteresse weiter steigerte. So zahlte Trade Republic zunächst zwei Prozent Zinsen auf Kundeneinlagen, bevor der Zinssatz später auf vier Prozent angehoben wurde. Dies führte zu einem Anstieg der Kundeneinlagen um fünf Milliarden Euro, sodass das Unternehmen insgesamt 6,4 Milliarden Euro an Einlagen verwaltet.
Die Zinsaktionen von Trade Republic basieren auf dem Grundsatz, die Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) eins zu eins an die Kunden weiterzugeben. Aktuell liegt der Zins, den Geschäftsbanken für Einlagen bei der EZB erhalten, bei 3,5 Prozent.
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Zur AktienanalyseFür das aktuelle Geschäftsjahr 2023/2024 gibt sich das Unternehmen jedoch zurückhaltend. Laut dem veröffentlichten Geschäftsbericht sollen die Provisionserträge weiter ansteigen, doch es wird darauf hingewiesen, dass erneut Verluste einkalkuliert sind. Gründer Christian Hecker erklärte, dass im laufenden Jahr wieder erhebliche Investitionen geplant seien, um das Wachstum des Unternehmens weiter voranzutreiben.


