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Travis Kalanicks 1,7-Milliarden-Runde beunruhigt DoorDash-Investoren

Ubers größter Rivale DoorDash steht unter Druck: Kalanicks Atom sammelt 1,7 Milliarden Dollar ein – mit Uber als Eigenkapitalpartner.

Travis Kalanicks 1,7-Milliarden-Runde beunruhigt DoorDash-Investoren

Travis Kalanick, der umstrittene Uber-Gründer, sorgt erneut für Aufsehen an den Finanzmärkten. Seine Holdinggesellschaft Atoms hat eine Finanzierungsrunde über 1,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen – und das ausgerechnet mit Uber als Eigenkapitalpartner. Für Anleger von DoorDash (Ticker: DASH) ist das ein Signal, das eine genaue Betrachtung verdient.

DoorDash-Aktien stehen bereits unter erheblichem Druck. Der Kurs liegt aktuell bei 193,53 US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von 84,3 Milliarden Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 15,76 Prozent verloren, im vergangenen Jahr sogar 21,96 Prozent. Zuletzt erholte sich der Kurs innerhalb einer Woche um 14 Prozent – doch die Stimmung bleibt angespannt.

Was ist Atoms überhaupt?

Atoms ist keine Essensliefer-App und kein direkter Konkurrent von DoorDash im klassischen Sinne. Es handelt sich um eine Holdinggesellschaft mit Fokus auf physische und industrielle Künstliche Intelligenz, die drei Geschäftsbereiche umfasst – darunter Atoms Transport und Atoms Food sowie das bekannte Ghost-Kitchen-Netzwerk CloudKitchens.

Die Finanzierungsrunde wurde von Andreessen Horowitz angeführt, wobei Mitgründer Ben Horowitz in den Vorstand eintritt. Weitere Eigenkapitalgeber sind Bain Capital und Fifth Wall – sowie Uber. Auf der Fremdkapitalseite beteiligen sich namhafte Banken wie Bank of America, Goldman Sachs, JPMorgan, Wells Fargo und Barclays.

Das eigentliche Risiko für DoorDash

Das größte Risiko liegt nicht in CloudKitchens allein. Der Ghost-Kitchen-Vermieter hat das Marktplatzmodell von DoorDash bislang nicht ernsthaft gefährdet. Die eigentliche Bedrohung entsteht aus der Kombination von Atoms Transport und Atoms Food: Sollte Kalanick autonome Lieferlogistik in sein Ghost-Kitchen-Netzwerk integrieren, würde ein vertikal integrierter Wettbewerber entstehen – einer, der das traditionelle Gig-Economy-Modell, auf das DoorDash angewiesen ist, vollständig umgeht.

Die Beteiligung von Uber ist dabei besonders bemerkenswert. Der größte Rivale von DoorDash wettet aktiv auf Kalanicks Infrastrukturkonzept. Das ist kein Zufall: Es signalisiert, dass die Branche zunehmend darauf abzielt, die physische KI-Ebene der Lebensmittellogistik zu kontrollieren – und nicht mehr nur den digitalen Marktplatz.

Kurzfristig zählt der Quartalsbericht

Fairerweise muss festgehalten werden, dass DoorDash nicht untätig bleibt und das Unternehmen eigene strategische Schritte unternimmt. Atoms ist ein Thema für die mittelfristige Beobachtung, kein unmittelbarer Alarmgrund für Anleger.

Das dringlichere Ereignis ist die Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen am 5. August. Die Wall Street prognostiziert einen Rückgang des Gewinns pro Aktie (EPS) im Vergleich zum Vorjahr – das stellt das kurzfristige Risiko dar, auf das sich Anleger konzentrieren sollten. Die 52-Wochen-Spanne der DASH-Aktie reicht von 143,30 bis 285,50 US-Dollar, was die hohe Volatilität des Titels verdeutlicht.

Mittel- bis langfristig könnte die Wettbewerbslandschaft in den Jahren 2027 und 2028 deutlich anders aussehen, sollte Kalanick seine Vision eines vertikal integrierten Lebensmittellogistik-Netzwerks mit frischem Kapital in die Tat umsetzen. Für DoorDash-Investoren bedeutet das: Die Quartalszahlen im August sind das unmittelbare Thema – Atoms ist das strategische Thema für die Zukunft.

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