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Trezor-Datenpanne: Fast 14.000 Krypto-Besitzer in Gefahr

Ein Datenleck beim Hardware-Wallet-Anbieter Trezor gefährdet tausende Nutzer durch Phishing und physische Angriffe.

Trezor-Datenpanne: Fast 14.000 Krypto-Besitzer in Gefahr

Ein Datenleck beim Hardware-Wallet-Anbieter Trezor hat die persönlichen Daten von fast 14.000 Kryptowährungsbesitzern offengelegt. Betroffen sind ausgerechnet Nutzer von sogenannten Cold Wallets – Geräten, die als sicherste Methode zur Aufbewahrung digitaler Vermögenswerte gelten. Der Vorfall setzt die Betroffenen potenziell dem Risiko krimineller Angriffe aus.

Das in Prag ansässige Unternehmen gab am Donnerstag bekannt, dass ein Datenleck bei einem seiner Versanddienstleister die Ursache ist. Konkret wurden Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von 11.742 Käufern der Sicherheitsgeräte offengelegt. Zusätzlich wurden Namen, Wohnorte und E-Mail-Adressen von weiteren 1.947 Kunden kompromittiert.

Betroffen sind laut Trezor Personen in den USA, Großbritannien, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien und Portugal, die ihre Geräte zwischen dem 10. Mai und dem 8. August erhalten haben. Das Unternehmen entschuldigte sich zutiefst und warnte, dass „betroffene Kunden eine Zunahme von Phishing-Versuchen erleben könnten".

Was sind Cold Wallets?

Hardware-Wallets wie die von Trezor sind kleine Geräte, ähnlich wie USB-Sticks, auf denen Nutzer ihre privaten Schlüssel fernab des Internets speichern. Diese sogenannten Cold Wallets gelten als die sicherste Methode für Kryptobesitzer, den Zugriff auf ihre online gespeicherten Token zu schützen. Sie haben in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen, da Investoren nach sicheren Wegen suchen, ihr Vermögen zu schützen – während die Zahl der Hacks auf Krypto-Plattformen ein Rekordniveau erreicht hat.

Der aktuelle Vorfall ist jedoch bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, dass Nutzer von Cold Wallets mit ernsthaften Problemen konfrontiert sind. Am 30. Juli wurden Kryptowährungen im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar von Besitzern von Coldcard-Hardware-Wallets gestohlen. Ursache war ein Softwarefehler, der dazu führte, dass die privaten Schlüssel der Nutzer nicht sicher genug generiert wurden. Das Analyseunternehmen TRM Labs erklärte, der Coldcard-Hack „unterstreicht, dass die Eigenverwahrung das Risiko eher verlagert als eliminiert".

Physische Angriffe auf Krypto-Besitzer nehmen zu

Die Datenpanne trifft Kryptowährungsbesitzer zu einem besonders heiklen Zeitpunkt. Denn Kriminelle nehmen Kryptobesitzer zunehmend auch physisch ins Visier. „Kriminelle haben erkannt, dass Kryptobesitzer lohnende Ziele sind, da sie über Vermögen in einer Form verfügen, die sofort und unwiderruflich übertragbar ist", so der Blockchain-Datenanbieter Chainalysis.

Entführungen machten mehr als die Hälfte der 46 gewaltsamen Angriffe auf Krypto-Investoren aus, die in diesem Jahr bisher verzeichnet wurden. Bei mehr als einem Drittel der Angriffe handelte es sich laut Chainalysis um Überfälle in der eigenen Wohnung. Chainalysis weist zudem darauf hin, dass diese Zahlen das tatsächliche Ausmaß wahrscheinlich unterschätzen, da einige Kryptobesitzer Angriffe möglicherweise nicht gemeldet haben.

Ein prominentes Beispiel für die Gefahr: Der Mitbegründer des konkurrierenden Hardware-Wallet-Unternehmens Ledger und seine Frau wurden im vergangenen Jahr in Frankreich entführt und später wieder freigelassen. Solche Vorfälle verdeutlichen, warum die Offenlegung von Wohnadressen und persönlichen Daten von Krypto-Nutzern besonders brisant ist.

Trezor plant anonyme Lieferoption

Als Reaktion auf den Vorfall kündigte Trezor an, an einer anonymen Lieferoption zu arbeiten. Diese soll es Kunden ermöglichen, Hardware-Wallets zu bestellen, „ohne den Kauf mit der Heimatadresse oder der realen Identität zu verknüpfen". Die Option soll bis September EU-weit verfügbar sein – ein Schritt, der für viele Krypto-Anleger in Deutschland und Europa relevant sein dürfte.

„Wir sind uns der Ernsthaftigkeit der Lage und der potenziellen Risiken für unsere Kunden absolut bewusst", erklärte Trezor gegenüber der Financial Times. Das Unternehmen fügte hinzu, dass ihm „bisher kein bestätigter Fall von Betrug, Hackerangriffen oder einer Bedrohung der Kundensicherheit bekannt ist, die aus dieser Offenlegung resultieren".

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