Triton steigt als größter Anteilseigner bei Evotec ein
Übernahmespekulationen und Kurssprung nach massiven Investitionen beim Biotech-Unternehmen

Der Finanzinvestor Triton hat seine Beteiligung an der krisengeschüttelten Biotech-Firma Evotec ausgebaut und ist mit einem Investment von 131 Millionen Euro zum größten Anteilseigner aufgestiegen. Innerhalb von drei Wochen erwarb Triton sowohl direkt als auch über Derivate ein Anteilspaket von 9,99 Prozent an Evotec. Damit verdrängte der Investor die dänische Novo Holdings als bisher größten Aktionär. Diese Transaktionen wurden in einer Stimmrechtsmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC offengelegt und haben Spekulationen über eine mögliche Übernahme der Hamburger Firma durch Triton ausgelöst. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg wird von einer Übernahmeabsicht ausgegangen, jedoch hat Triton eine Stellungnahme hierzu abgelehnt. In der Pflichtmitteilung wurde lediglich festgehalten, dass die Käufe zu Investmentzwecken erfolgten, wobei weitere Käufe oder Verkäufe möglich seien.
Die Nachricht über Tritons Engagement hatte umgehend Auswirkungen auf den Aktienkurs von Evotec. Die Aktie verzeichnete einen zweistelligen Kursanstieg und stieg zeitweise um bis zu 25 Prozent. Am Montagnachmittag notierte sie bei 9,18 Euro, wodurch das von Triton erworbene Aktienpaket einen Wert von etwa 160 Millionen Euro erreichte. Dieser Kursanstieg markiert eine Erholung für Evotec, nachdem die Aktie Ende 2023 aufgrund einer Insiderhandels-Affäre erhebliche Verluste verzeichnet hatte. Die Affäre drehte sich um den damaligen Vorstandschef Werner Lanthaler, der verdächtigt wurde, Aktiengeschäfte verspätet gemeldet zu haben. Lanthaler, der lange als Erfolgsgarant des Unternehmens galt, trat nach Bekanntwerden der Vorwürfe zurück.
Seither befindet sich Evotec in einem Umstrukturierungsprozess, der im Sommer mit der Ankündigung des Abbaus von rund 400 Stellen einherging. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten spiegeln sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen wider: In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verzeichnete das Unternehmen einen operativen Verlust (Ebitda) von sechs Millionen Euro. Dieser resultierte größtenteils aus Einmalkosten in Höhe von 62 Millionen Euro, die im Zusammenhang mit dem laufenden Umbau anfielen.
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Zur AktienanalyseTriton ist als Finanzinvestor kein Unbekannter in Deutschland und besitzt mehrere Beteiligungen in unterschiedlichen Branchen. So ist der Investor unter anderem an dem Panzergetriebehersteller Renk beteiligt, den er im Frühjahr erfolgreich an die Börse brachte. Auch Ifco Systems, ein Anbieter von Logistiklösungen für den Obst- und Gemüsemarkt, gehört zum Portfolio von Triton.


