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Truflation: Kern-PCE stabil im Juni, Aufwärtsrisiken in zweiter Jahreshälfte

Truflation erwartet für Juni eine unveränderte Headline-PCE-Inflation, während Aufwärtsrisiken durch Ölpreise und Dienstleistungen zunehmen.

Truflation: Kern-PCE stabil im Juni, Aufwärtsrisiken in zweiter Jahreshälfte

Das Analyseunternehmen Truflation erwartet für Juni eine im Monatsvergleich unveränderte Headline-PCE-Inflation. Die jährliche Rate dürfte dabei leicht auf 3,7 % abkühlen. Die offiziellen Daten werden vom Bureau of Economic Analysis am 30. Juli veröffentlicht.

Besonders im Fokus steht die Kernrate des PCE – der bevorzugte Inflationsindikator der US-Notenbank Federal Reserve. Truflation prognostiziert hier einen Anstieg von 0,2 % im Monatsvergleich und 3,3 % im Jahresvergleich. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der zugrunde liegende Preisdruck trotz nachlassender Headline-Inflation weiterhin anhält.

Fed hält Zinsen vorerst stabil

Laut dem CME FedWatch Tool wird allgemein erwartet, dass die Fed ihre Zinsen bei der Sitzung im Juli unverändert im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % belassen wird. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass dieser geldpolitische Kurs bis Ende 2026 beibehalten wird. Truflation selbst erwartet stabile Zinsen bis Jahresende 2026 – vorausgesetzt, die Inflation fällt nicht deutlich höher aus oder die Wirtschaftsaktivität bricht drastisch ein.

Die Zinserwartungen haben sich in den vergangenen Wochen jedoch spürbar in eine restriktivere Richtung verschoben. Ein wachsender Anteil von Ökonomen hält eine Zinserhöhung in diesem Jahr mittlerweile für wahrscheinlicher als ein Gleichbleiben. Die Märkte preisen inzwischen sogar zwei Zinserhöhungen bis Ende März 2027 ein.

Ölpreisanstieg als zentraler Treiber

Truflation führt diesen Umschwung in den Zinserwartungen maßgeblich auf einen Anstieg der Ölpreise um fast 25 % zurück, der durch erneute Konflikte im Nahen Osten ausgelöst wurde. Dies wirft Zweifel daran auf, ob die zuletzt günstigeren Inflationsdaten dauerhaft Bestand haben werden. Auf Kategorienebene zeigen die Truflation-Daten, dass die Preise für Benzin und Energiegüter im Juni im Monatsvergleich zwar um 7,3 % gesunken sind – seither haben sie jedoch mit dem Anstieg des Rohölpreises wieder angezogen.

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zeichnet Truflation ein vorsichtiges Bild. Die Headline-Inflation dürfte sich demnach zunächst allmählich abschwächen, bevor sie sich gegen Ende des dritten Quartals stabilisiert. Die Risiken bleiben jedoch klar nach oben gerichtet. Als wesentliche Treiber nennt Truflation folgende Faktoren:

  • Anhaltende Dienstleistungsinflation
  • Robustes Lohnwachstum
  • Steigende Wohnkosten
  • Höhere Ausgaben im Gesundheitswesen
  • Weitergabe von Zöllen an die Verbraucher

Für deutsche Anleger ist die PCE-Inflationsmessung von besonderer Bedeutung, da sie als Leitindikator für die US-Geldpolitik gilt und damit direkte Auswirkungen auf globale Kapitalflüsse, den Dollarkurs und internationale Anleihemärkte hat. Eine restriktivere Fed-Politik würde den US-Dollar tendenziell stärken und Druck auf Schwellenländerwährungen sowie europäische Exportwerte ausüben.

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