Trump als politisches Kryptonit: Wie sein Kurs Verbündete weltweit schadet
Trumps zweite Amtszeit stärkte zunächst Rechtspopulisten weltweit – doch nun wird seine Politik zum Verhängnis für Verbündete.

Donald Trump gewann die US-Wahl 2024 auf einer Welle der Verärgerung über Inflation, Lebenshaltungskosten und Einwanderung. Er positionierte sich als „Anti-Woke"-Anführer, der versprach, die Preise zu senken und die Grenze am ersten Tag zu schließen. Sein Sieg löste Schockwellen aus, die rechtsextreme Populisten weltweit stärkten – darunter die AfD in Deutschland, Nigel Farages Reform UK in Großbritannien und Giorgia Melonis Fratelli d'Italia in Italien.
Zunächst half die offene Unterstützung für Trump und die Maga-Bewegung diesen Parteien, ihre Basis zu verbreitern. Trump setzte auf „Nation First", stoppte die Einwanderung an der Grenze, begann aggressive Abschiebungen und nahm eine harte Linie gegenüber UN, EU und Nato ein. Fokusgruppen zeigten, dass Wähler schätzten, dass er „schnell handelt und Dinge aufwirbelt" sowie „sein Wort hält, stark ist und Ergebnisse liefert".
Vom Hoffnungsträger zum Feindbild
Doch das Blatt hat sich gewendet. Der US-Krieg gegen den Iran trieb die Benzinpreise in die Höhe und verlängerte eine Inflationsphase, die mit der Pandemie begann und in den USA zuletzt 3,8 Prozent erreichte. Der Krieg hinterließ Wähler überall tief unzufrieden. In Amerika stieg die Sorge über „Inflation und Preise" auf fast 20 Punkte über das nächstfolgende Anliegen. In Großbritannien lagen die Sorgen über die Lebenshaltungskosten 40 Punkte über dem Gesundheitssystem NHS und der Einwanderung.
Trumps Ansehen ist in der Folge international eingebrochen. In einer Umfrage für das UCL Policy Lab unmittelbar vor den britischen Kommunalwahlen im Mai erreichten Trumps Negativwerte 85 Prozent. Auch Politiker, die enge Beziehungen zu ihm pflegten, leiden darunter – allen voran der britische Premierminister Keir Starmer.
Starmers fataler Preis für Trump-Nähe
Starmer ernannte Peter Mandelson zum Botschafter in den USA, mit dem ausdrücklichen Auftrag, eine möglichst enge Bindung zu Trump aufzubauen. Diese Strategie erwies sich als politisch verheerend. Laut Umfragen sprangen Starmers Missbilligungswerte beim „Umgang mit Donald Trump" von 50 auf 80 Prozent. In der UCL-Umfrage vor den Kommunalwahlen erreichten Starmers Negativwerte 75 Prozent – höher als die des einstigen Parteichefs Jeremy Corbyn. Die historischen Verluste von Labour bei den Kommunalwahlen am 7. Mai wurden auch auf diese Trump-Nähe zurückgeführt.
Auch Nigel Farage geriet unter Druck: Als 60 Prozent der Wähler von Reform UK angaben, Trump negativ zu sehen, wich Farage Fragen zum US-Präsidenten aus und verlor Stimmenanteile. Obwohl seine Partei bei den Kommunalwahlen triumphierte und rund 29 Prozent aller umkämpften Sitze gewann, gilt ihr nationaler Aufstieg nun als weit weniger sicher.
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Zur AktienanalyseLehren für Rechte und Linke
Die Annäherung an Trump wurde auch für Viktor Orbán und Meloni zunehmend riskant. Als politische Lehre aus diesen Entwicklungen empfiehlt der Autor, dass die Rechte von Italien lernen sollte: Dort steigerten Konservative ihr Ansehen, indem sie Trump kritisierten, gleichzeitig aber versprachen, die Einwanderung unter Kontrolle zu bringen und sich an den demokratischen Institutionen des EU-Mainstreams zu orientieren.
Die Linke hingegen müsse verstehen, warum so viele Wähler von Trumps Agenda angezogen wurden. Sie müsse wieder zu Parteien der Arbeiterschicht werden, die glaubwürdige Positionen zur Einwanderung vertreten. Trumps Maga-Agenda hat die Politik in zwei polarisierte Blöcke gespalten – ein Muster, das weit über die USA hinaus die politische Landschaft in Europa und weltweit prägt.


