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Trump beschleunigt Zulassung von Psychedelika für psychische Gesundheitsversorgung

Ein Dekret von Präsident Trump soll die Forschung an psychedelischen Drogen für psychische Erkrankungen beschleunigen – ein bemerkenswerter Kurswechsel.

Trump beschleunigt Zulassung von Psychedelika für psychische Gesundheitsversorgung

Im April unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das die Forschung an psychedelischen Drogen für psychische Erkrankungen beschleunigen soll. Gleichzeitig vergab seine Regierung Gutscheine für eine vorrangige Prüfung an drei Unternehmen: Compass Pathways, Usona Institute und Transcend Therapeutics. Diese Gutscheine sollen Teile des FDA-Zulassungsprozesses für psychedelische und MDMA-ähnliche Therapien beschleunigen.

Das Dekret markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel gegenüber Trumps erster Amtszeit, als seine Regierung eine härtere Haltung gegenüber Cannabis und anderen kontrollierten Substanzen einnahm. Das Weiße Haus erklärte nun, dass psychedelische Verbindungen „in klinischen Studien Potenzial zeigen, schwere psychische Erkrankungen bei Patienten zu behandeln, deren Zustand nach Abschluss einer Standardtherapie fortbesteht".

Investoren reagieren mit Kursgewinnen

Die Finanzmärkte reagierten prompt auf die Ankündigung. Die Aktien von Entwicklern psychedelischer Medikamente wie Compass Pathways und anderen Konkurrenten aus diesem Bereich legten nach der Bekanntmachung kräftig zu. Wall-Street-Analysten argumentierten, dass das Dekret eine Branche legitimieren könnte, die lange Zeit als Randerscheinung galt.

Die Wissenschaft bleibt jedoch stark umstritten. Das wirft Fragen darüber auf, wie viel Wachstumspotenzial das Segment tatsächlich hat. Nicht alle psychedelischen Verbindungen bergen dieselben Risiken oder verfügen über die gleiche Menge an Belegen, die ihre Anwendung stützen.

Historisch gesehen konzentrierte sich die Forschung zu Psychedelika auf bestimmte Krankheitsbilder. Psilocybin – der Wirkstoff in psychedelischen Pilzen – wurde mit der Behandlung von Depressionen in Verbindung gebracht, die MDMA-gestützte Therapie mit PTBS und LSD mit Angstzuständen. Ibogain, eine psychoaktive Verbindung aus einem westafrikanischen Strauch, wird von einigen Befürwortern als mögliche Behandlung bei Sucht und traumatischen Hirnverletzungen gesehen.

Vielversprechende Studienergebnisse, aber auch FDA-Ablehnung

Die klinische Forschung zu einigen dieser Verbindungen hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt. In Spätphasen-Studien, die von der gemeinnützigen Organisation Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies gesponsert wurden, erfüllten rund 71 Prozent der Teilnehmer mit schwerer PTBS nach MDMA-gestützten Therapiesitzungen nicht mehr die Diagnosekriterien für die Störung.

Die FDA lehnte 2024 jedoch einen früheren Antrag für eine MDMA-gestützte Therapie ab. Die Behörde verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich des Designs der Spätphasen-Studie sowie auf die Notwendigkeit zusätzlicher Daten. Einige Psychedelika-Forscher sahen in dieser Entscheidung einen Beleg dafür, dass die Behörde trotz wachsender öffentlicher Begeisterung vorsichtig bleibt.

Dass der Bedarf an alternativen Behandlungen real ist, zeigt das Beispiel von Marie Phelan. Die Veteranin sagte, sie habe noch nie von MDMA gehört, bevor sie einen Flyer sah, der nach Veteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung suchte. Heute sagt sie, dass die psychoaktive Droge, die gemeinhin als Ecstasy oder Molly bekannt ist, den Verlauf ihres Lebens verändert hat. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Amerikanern, die sich im Rahmen klinischer Studien einer psychedelisch unterstützten Therapie unterzogen haben.

Internationale Entwicklungen und offene Fragen

Länder außerhalb der USA haben bereits damit begonnen, Beschränkungen zu lockern. Australien war 2023 das erste Land, das autorisierten Psychiatern erlaubte, MDMA und Psilocybin für bestimmte psychische Erkrankungen zu verschreiben. Forscher in Kanada, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich haben ebenfalls klinische Studien zur psychedelisch unterstützten Therapie ausgeweitet.

Besondere Vorsicht mahnen Forscher beim Thema Ibogain an. Im Gegensatz zu Psilocybin oder der MDMA-gestützten Therapie wurde Ibogain in den USA keinen groß angelegten klinischen Studien unterzogen und mit potenziell schwerwiegenden kardiovaskulären Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Das Weiße Haus-Dekret bezog sich ausdrücklich auf die Beschleunigung der Forschung zu dieser Substanz.

Die eigentliche Sorge einiger Forscher ist dabei nicht, dass psychedelische Therapien unwirksam seien, sondern dass die politische Dynamik den wissenschaftlichen Prozess überholen könnte. Für deutsche Anleger und Beobachter bleibt der US-Markt für psychedelische Medizin damit ein Bereich mit hohem Potenzial – aber auch erheblicher Unsicherheit.

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