Trump-Dekret gegen Investoren: Hilft es beim Hauskauf?
US-Präsident Donald Trump will institutionelle Investoren vom Einfamilienhausmarkt verdrängen. Experten bezweifeln jedoch, dass dies die Wohnungspreise senken wird.

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die große institutionelle Investoren beim Kauf von Einfamilienhäusern einschränken soll. In einem Interview mit CNBC in Davos begründete er den Schritt damit, dass Wall-Street-Firmen potenzielle Eigenheimkäufer verdrängen würden. "Wir wollen, dass die Menschen in der Lage sind, ein Eigenheim zu erwerben", so Trump.
Die Verordnung gibt dem US-Finanzministerium 30 Tage Zeit, um "große institutionelle Investoren" und "Einfamilienhäuser" zu definieren. Innerhalb von 60 Tagen sollen Bundesbehörden Richtlinien zur Umsetzung von Beschränkungen erlassen, einschließlich Obergrenzen für Akquisitionen.
Investoren spielen kleinere Rolle als angenommen
Trotz Trumps Behauptung, institutionelle Investoren würden "alle Häuser verschlingen", zeigen Daten ein anderes Bild. Laut John Burns Research and Consulting kontrollieren Unternehmen mit 100 oder mehr Einfamilienhäusern lediglich etwa 2% des nationalen Bestands. Ihr Anteil an Hauskäufen sank von rund 3% im ersten Quartal 2023 auf nahezu 1% ein Jahr später, da höhere Zinssätze die Investorentätigkeit dämpften.
Wohnungsmarktanalysten bleiben skeptisch, ob die Maßnahme die Erschwinglichkeit verbessern wird. "Das eigentliche Problem ist, dass wir weitaus mehr Haushalte hinzugewonnen haben, als wir Einfamilienhäuser gebaut haben", erklärt Jay Parsons, Analyst für Mietwohnungstrends, gegenüber CNBC. "Es geht nur um Angebot und Nachfrage."
Angebotsmangel als Hauptproblem
Die Begrenzung der Investorennachfrage führt nicht automatisch zu neuen Häusern auf dem Markt. Analysten von Goldman Sachs Research schätzen, dass die USA Millionen zusätzlicher Häuser über das derzeitige Bauniveau hinaus benötigen würden, um den Preisdruck spürbar zu mindern.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEine Analyse von Parsons aus dem Jahr 2024 ergab zudem, dass viele der am stärksten von Investoren gesättigten Märkte ein Mietwachstum unter dem US-Durchschnitt aufwiesen. Dies führt er auf ein höheres Niveau an Wohnungsbau in diesen Regionen zurück.
"Institutionelle Investoren sind einfach nicht die wichtigsten Marktbewegenden", sagt Scott Lincicome, Vizepräsident für allgemeine Wirtschaft und Handel am Cato Institute. "Es handelt sich hauptsächlich um ein Angebotsproblem." Ohne eine signifikante Erhöhung des Wohnungsangebots dürfte sich die Erschwinglichkeit kaum verbessern, so der Konsens unter Wohnungsökonomen.


