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Trump droht mit neuen Zöllen gegen China und EU

TikTok-Deal, Automarktprobleme und globale Wirtschaftsrisiken verstärken die Spannungen im Welthandel

 Trump droht mit neuen Zöllen gegen China und EU

US-Präsident Donald Trump hat China einen möglichen Zollnachlass in Aussicht gestellt, sollte die Regierung in Peking einem Verkauf der Videoplattform TikTok zustimmen. Der Präsident erklärte gegenüber Journalisten an Bord der Air Force One, ein entsprechendes Geschäft sei in greifbare Nähe gerückt und werde von mehreren Investoren geprüft. Die Vereinigten Staaten haben im Zuge neuer Handelsmaßnahmen Einfuhrzölle von insgesamt 54 Prozent auf chinesische Produkte verhängt. TikTok selbst äußerte sich bislang nicht zu den Entwicklungen. Die Plattform ist derzeit in den USA nicht verfügbar.

Parallel dazu kündigte Kanada als Reaktion auf die US-Zölle an, auf bestimmte Automobilimporte aus den Vereinigten Staaten eine Abgabe von 25 Prozent zu erheben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte die amerikanische Handelspolitik scharf. Auch auf EU-Ebene sind Gespräche mit den USA geplant, wie Handelskommissar Valdis Dombrovskis bestätigte. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einem „Anschlag auf die globale Handelsordnung“. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck warnte vor einer möglichen Abwärtsspirale der Weltwirtschaft infolge der Zollpolitik.

Laut Einschätzung von Branchenexperten sind US-Fahrzeuge in Europa nicht konkurrenzfähig. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management betonte, dass die Modelle amerikanischer Hersteller die Vorlieben europäischer Kunden nicht treffen. Auch Ferdinand Dudenhöffer sieht keine Perspektive für großvolumige und verbrauchsintensive US-Fahrzeuge auf dem europäischen Markt. Modelle wie der Ford F-150 oder der Ram Pick-up werden auf dem Kontinent nicht offiziell angeboten. Ein wettbewerbsfähiges Angebot kleinerer Fahrzeuge sei nicht vorhanden. Selbst hohe Importzölle könnten diese strukturellen Nachteile nicht ausgleichen.

Der Internationale Währungsfonds sieht in den US-Zöllen ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft. IWF-Chefin Kristalina Georgieva rief die Handelspartner zu einem konstruktiven Dialog auf, um weitere wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Die Bewertung der Maßnahmen soll bei der bevorstehenden Frühjahrstagung des IWF in Washington veröffentlicht werden.

Zudem beobachtet die US-Wettbewerbsbehörde FTC derzeit aufmerksam die Preisentwicklung innerhalb der Vereinigten Staaten. Man wolle sicherstellen, dass Unternehmen die neuen Zölle nicht als Vorwand für überhöhte Preise nutzen. Auch am Aktienmarkt reagierten Anleger mit Sorge. Die Kurse großer US-Vermögensverwalter gaben spürbar nach. Analysten befürchten eine anhaltende Belastung durch Unsicherheit, steigende Preise und mögliche Einbußen bei den verwalteten Vermögen.

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