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Trump droht Oman: Geopolitisches Rampenlicht für „Schweiz des Nahen Ostens"

US-Drohungen gegen den langjährigen Verbündeten Oman sorgen für Aufsehen – Sanktionen und Militäreinsatz stehen im Raum.

Trump droht Oman: Geopolitisches Rampenlicht für „Schweiz des Nahen Ostens"

Die Trump-Regierung hat den Oman, einen langjährigen US-Verbündeten, mit drastischen Konsequenzen bedroht – und damit ein Land ins geopolitische Rampenlicht gerückt, das bislang vor allem für seine Rolle als neutraler Vermittler bekannt war. Der Oman liegt an der Südostküste der Arabischen Halbinsel und grenzt an die strategisch bedeutsame Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent des weltweiten Ölverkehrs abgewickelt werden.

Präsident Donald Trump äußerte sich während einer Kabinettssitzung auf die Frage eines Reporters, ob der Oman und der Iran gemeinsam den Handel durch die Straße von Hormus überwachen könnten. Seine Antwort war unmissverständlich: „Der Oman wird sich genau wie alle anderen verhalten, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Das verstehen sie. Es wird alles gut gehen." Die Aussage schlug international hohe Wellen.

Weniger als 24 Stunden nach Trumps Äußerungen legte Finanzminister Scott Bessent nach. Er warnte, die USA würden „aggressiv" Sanktionen gegen den Oman verhängen, sollte das Land dem Iran dabei helfen, ein Gebührensystem in der Straße von Hormus einzuführen. Der Hintergrund: Der Iran hatte zuvor angedeutet, die Wasserstraße gemeinsam mit dem Oman verwalten zu können – Maskat selbst hat jedoch bisher keine Ambitionen erklärt, die Kontrolle über das Nadelöhr anzustreben.

Ungewöhnlicher Kurswechsel gegenüber einem engen Partner

Geopolitische Analysten bewerten die US-Drohungen als höchst ungewöhnlich. Brian Katulis, Senior Fellow am Middle East Institute in Washington, betonte die geografische Schlüsselrolle des Omans: Das Land liegt mit seinem Territorium an der Westseite der Straße von Hormus und verfolge seit Langem eine Politik des freien Waren- und Ölverkehrs durch die Wasserstraße.

Noch deutlicher formulierte es Mehran Haghirian, Direktor für Forschung und Programme bei der Bourse & Bazaar Foundation: Trumps Warnung sei das erste Mal, dass die USA gedroht hätten, einen Mitgliedstaat des Golf-Kooperationsrates anzugreifen. Der Golf-Kooperationsrat umfasst sechs arabische Staaten der Golfregion, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – allesamt enge Partner Washingtons.

Auch innenpolitisch erntete Trump Kritik. Senator Chris Murphy, Demokrat aus Connecticut, verurteilte die Äußerungen des Präsidenten gegenüber dem Oman scharf. Ein Sprecher des Weißen Hauses war für eine unmittelbare Stellungnahme nicht erreichbar. CNBC hat zudem einen Sprecher des omanischen Außenministeriums kontaktiert und wartet auf eine Antwort.

Waffenstillstand und Hormus-Abkommen noch offen

Parallel zu den Drohungen berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass die USA und der Iran eine Vereinbarung erzielt hätten, um ihren Waffenstillstand zu verlängern und die Beschränkungen für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus aufzuheben. Trump muss das Abkommen jedoch noch genehmigen. Iranische Staatsmedien erklärten zudem, das Abkommen sei noch nicht finalisiert worden.

Der Oman gilt seit Jahrzehnten als diskreter Vermittler in regionalen Konflikten und pflegt gleichzeitig enge Beziehungen zu westlichen Ländern wie den USA und Großbritannien sowie zu Nachbarn wie dem Iran. Diese Doppelrolle brachte dem Sultanat den Beinamen „Schweiz des Nahen Ostens" ein. Dass ausgerechnet Washington nun Druck auf Maskat ausübt, markiert eine bemerkenswerte Verschiebung in der US-Außenpolitik gegenüber der Golfregion.

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