Trump-Drohung gegen Sanctuary Cities alarmiert US-Reisebranche
Fluggesellschaften und Hotelketten warnen vor „verheerenden" Folgen, sollte die Trump-Regierung internationale Flüge in Sanctuary Cities stoppen.

Die US-Reisebranche schlägt Alarm: Interessenverbände der größten amerikanischen Fluggesellschaften und Hotelketten haben die Pläne der Trump-Administration scharf kritisiert, die Zoll- und Einreiseabfertigung an Flughäfen in sogenannten „Sanctuary Cities" möglicherweise einzustellen. Sie warnen, ein solcher Schritt hätte „verheerende" Folgen für die gesamte Branche.
Heimatschutzminister Markwayne Mullin hatte am Dienstagabend in der Fox-News-Sendung „Hannity" erklärt, falls „radikale linke Demokraten" der Regierung nicht erlaubten, „Bundesgesetze durchzusetzen", sollte man „auch keine internationalen Flüge in ihre Städte abfertigen". Mullin bestätigte zudem, dass die Trump-Administration an entsprechenden Plänen arbeite, habe jedoch noch nichts konkret in die Wege geleitet.
Der Begriff „Sanctuary Cities" bezeichnet Städte oder Bundesstaaten in den USA, die es lokalen Behörden untersagen oder einschränken, mit der Bundeseinwanderungsbehörde zusammenzuarbeiten. Für deutsche Leser ist dies ein zentrales innenpolitisches Konfliktfeld in den USA, das seit Jahren zwischen Bundesregierung und demokratisch regierten Städten für Spannungen sorgt.
Wichtige Flughäfen auf der Abschussliste
Das Justizministerium veröffentlichte im vergangenen August eine Liste von Bundesstaaten und Städten, die nach seiner Auffassung die US-Einwanderungspolitik behindern. Darunter befinden sich einige der wichtigsten internationalen Luftverkehrsknotenpunkte der Vereinigten Staaten:
- New York
- Newark (New Jersey)
- Boston
- Chicago
- San Francisco
- Los Angeles
- Seattle
- Philadelphia
Ein Abzug der CBP-Beamten (Customs and Border Protection) aus diesen Flughäfen würde bedeuten, dass internationale Flüge dort nicht mehr abgefertigt werden könnten – mit weitreichenden Konsequenzen für den globalen Reiseverkehr in die USA.
Brisanter Zeitpunkt kurz vor der FIFA-WM
Die Drohung fällt in eine besonders sensible Phase: Im nächsten Monat beginnt die FIFA-Fußballweltmeisterschaft, zu der Millionen von Besuchern in den Gastgeberstädten in den USA, Kanada und Mexiko erwartet werden. Mehrere der betroffenen Städte gehören zu den WM-Austragungsorten, was die Besorgnis in der Reisebranche zusätzlich verschärft.
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Zur AktienanalyseDie U.S. Travel Association, zu deren Mitgliedern Fluggesellschaften sowie große Hotelketten wie Hilton und Marriott gehören, erklärte, Mullin habe in einem direkten Treffen mit dem Verband bestätigt, dass die Regierung den Abzug von CBP-Beamten tatsächlich in Erwägung ziehe. Der Verband betonte unmissverständlich, dies hätte „verheerende Folgen für die Reisebranche und die Gemeinden, die auf internationale Besucher angewiesen sind".
Der Streit verdeutlicht, wie die Trump-Administration ihren politischen Einfluss nutzt, um Druck auf Städte auszuüben, mit deren Einwanderungspolitik sie nicht einverstanden ist. Beobachter fragen sich, ob die Regierung die Drohung tatsächlich umsetzt oder sie primär als Druckmittel einsetzt, um eine härtere Haltung gegenüber undokumentierten Einwanderern zu erzwingen. Für die internationale Reisewirtschaft und Millionen von Touristen bleibt die Lage vorerst ungewiss.


