Trump-Drohungen wegen Grönland erschüttern Märkte weltweit
US-Präsident Donald Trump sorgt mit Tarifdrohungen gegen Europa im Zusammenhang mit Grönland für massive Verunsicherung an den Finanzmärkten. Gold erreicht Rekordhöhen, während europäische Aktien deutlich nachgeben.

Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland und seine Androhung drastischer Strafzölle gegen europäische Verbündete haben die globalen Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Europäische Aktien fielen am Dienstagmorgen um über 1 Prozent, während auch die Futures für die US-Indizes Nasdaq und S&P 500 unter Druck gerieten. Der VIX-Volatilitätsindex, auch als "Angst-Indikator" bekannt, kletterte auf den höchsten Stand des Jahres.
Sichere Häfen gefragt
Investoren flüchten angesichts der transatlantischen Spannungen in sichere Anlagen. Gold durchbrach erstmals die Marke von 4.700 US-Dollar pro Unze und markierte damit ein neues Allzeithoch. Auch Silber profitierte von der Flucht in Edelmetalle. Gleichzeitig geriet der US-Dollar unter Druck, obwohl die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,265 Prozent stieg – ein Vier-Monats-Hoch.
"Sell America"-Handel nimmt Fahrt auf
Marktbeobachter sprechen von einem aufkommenden "Sell America"-Handel, ähnlich wie nach den umfassenden Zöllen zum "Befreiungstag" im April vergangenen Jahres. Konkret drohte das Weiße Haus, französische Weine und Champagner mit Zöllen von 200 Prozent zu belegen. Dies soll offenbar Druck auf Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ausüben, sich Trumps "Board of Peace"-Initiative anzuschließen.
Trump zeigte sich am Dienstag auf Truth Social unnachgiebig: Grönland bleibe "unerlässlich für die nationale und weltweite Sicherheit" und es gebe "kein Zurück". Er brachte sein Interesse am Erwerb der arktischen Insel mit dem Nichtgewinn des Friedensnobelpreises in Verbindung, wofür er Norwegen verantwortlich machte.
Europäische Investoren halten US-Assets im Wert von 8 Billionen Dollar
Die Situation birgt erhebliches Eskalationspotenzial. Europäische Investoren halten US-Aktien und -Anleihen im Wert von 8 Billionen US-Dollar. US-Finanzminister Scott Bessent äußerte sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos zuversichtlich, dass europäische Staats- und Regierungschefs "nicht eskalieren" würden. Er spielte damit die Gefahr eines langwierigen Handelskriegs und eines europäischen Ausverkaufs von US-Staatsanleihen herunter.
Analysten bleiben gespalten: Während einige eine unmittelbare Gefahr verneinen, solange keine weitere Eskalation erfolgt, beobachten andere eine starke Nachfrage nach Diversifizierung weg von US-Investments.
Davos im Fokus
Die Entwicklungen rücken das Weltwirtschaftsforum in Davos in den Mittelpunkt, wo Trump am Mittwoch sprechen soll. Er hatte zuvor angekündigt, die vorgeschlagene Übernahme Grönlands bei der Veranstaltung zu diskutieren. Auch Präsident Macron wird in Davos erwartet.
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Zur AktienanalyseAuswirkungen auf andere Märkte
In Japan erreichten die Renditen langlaufender Staatsanleihen Rekordhochs von 3,35 Prozent. Grund ist die Erwartung, dass die vorgezogenen Parlamentswahlen am 8. Februar zu einer lockereren Fiskalpolitik führen könnten. Kanadas neuer Premierminister Mark Carney versucht unterdessen, durch engere Zusammenarbeit mit China und kleinere Handelsabkommen eine neue globale Handelsordnung zu etablieren.
Die Märkte bleiben vorsichtig, nachdem sie im vergangenen Jahr bereits Turbulenzen durch Trumps Tarifpolitik und deren Rücknahme erlebt haben. Trotz klarer Richtung scheinen die Bewegungen bisher eingedämmt, da Investoren nicht überreagieren wollen.


