Trump erhöht EU-Autozölle auf 25 Prozent – Handelsstreit eskaliert
US-Präsident Trump kündigt drastische Zollerhöhung auf EU-Fahrzeuge an und gefährdet damit laufende Handelsverhandlungen.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Pkw und Lkw aus der Europäischen Union auf 25% anzuheben. Eine konkrete rechtliche Grundlage für diese Maßnahme nannte er dabei nicht. Das Weiße Haus erklärte jedoch, die Erhöhung solle auf Basis von Sektion 232 des US-Handelsrechts erfolgen – also mit Verweis auf nationale Sicherheitsinteressen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Trump-Regierung unter Berufung auf eben diese Sektion 232 flächendeckend Zölle in Höhe von 25% auf importierte Fahrzeuge und bestimmte Autoteile eingeführt. Diese Abgaben sind weiterhin in Kraft. Die neue Ankündigung zielt darauf ab, diesen Satz nun explizit auch für EU-Importe festzuschreiben und zu bekräftigen.
Rechtlicher Hintergrund: Supreme Court bremst Trumps Zollagenda
Der rechtliche Rahmen für Trumps Zollpolitik ist zuletzt erheblich ins Wanken geraten. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied im Februar mit einer Mehrheit von 6 zu 3 Stimmen, dass der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) – ein Gesetz, auf das Trump sich für seine sogenannten „reziproken" Zölle gestützt hatte – „den Präsidenten nicht zur Erhebung von Zöllen ermächtigt". Damit erklärte das Gericht einen Großteil von Trumps bisheriger Zollagenda für rechtswidrig.
Als Reaktion auf das Urteil unterzeichnete Trump nach eigenen Angaben ein Dekret, das einen neuen „globalen Zollsatz" von 10% einführen soll, um die gestrichenen IEEPA-Abgaben zu ersetzen. Diese Zölle unterliegen jedoch einer Befristung von 150 Tagen gemäß Sektion 122 des Trade Act von 1974. Kurz darauf erklärte Trump, den globalen Satz auf 15% anheben zu wollen.
EU warnt vor Scheitern des Handelsabkommens
Die Europäische Union hatte bereits im Februar gewarnt, dass das Handelsabkommen mit den USA nach der Ankündigung des neuen Zollsatzes gefährdet sein könnte. Die geplante Abstimmung über das Abkommen wurde daraufhin verschoben. Die EU erklärte, sie folge der üblichen Gesetzgebungspraxis und halte die US-Regierung fortlaufend auf dem Laufenden.
Ein Beamter des Weißen Hauses erklärte am Freitag, die EU habe es versäumt, „substanzielle Fortschritte bei den vereinbarten Verpflichtungen" im Rahmen des Handelsabkommens zu erzielen. Diese Aussage verdeutlicht die wachsende Frustration der Trump-Regierung gegenüber dem Stand der Verhandlungen.
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Zur AktienanalyseDeutsche Autobauer besonders betroffen
Für die deutsche Automobilindustrie sind die Entwicklungen besonders brisant. Zu den europäischen Herstellern, die von einer Zollerhöhung am stärksten betroffen wären, zählen Mercedes, BMW und Volkswagen. Alle drei Konzerne importieren einen erheblichen Teil der in den USA verkauften Fahrzeuge direkt aus ihren europäischen Werken.
Ein Zollsatz von 25% würde die Wettbewerbsfähigkeit dieser Fahrzeuge auf dem US-Markt erheblich belasten und könnte die Hersteller zwingen, ihre Produktions- und Lieferkettenstrategie grundlegend zu überdenken. Für deutsche Privatanleger, die in Aktien von BMW, Mercedes oder Volkswagen investiert sind, bleibt die Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU damit ein zentrales Risikothema.


