Trump fordert Rüstungskonzerne: Dividendenstopp statt Aktienrückkäufe
Der US-Präsident will das Verteidigungsbudget um 50 Prozent auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen. Gleichzeitig fordert er von Rüstungskonzernen Gehaltsobergrenzen und den Verzicht auf Aktienrückkäufe – ein Eingriff, der die Börsen verunsichert.

Donald Trump mischt die Verteidigungsbranche auf: Der US-Präsident kündigte nicht nur eine massive Erhöhung des Militärbudgets um 500 Milliarden auf 1,5 Billionen Dollar an, sondern stellt auch radikale Forderungen an die Rüstungsindustrie. Vorstandsgehälter sollen auf fünf Millionen Dollar gedeckelt werden, Dividenden und Aktienrückkäufe will er streichen.
Börsen reagieren nervös auf Trumps Vorgaben
Die Ankündigungen zeigen bereits Wirkung an den Märkten: Aktien von Lockheed Martin, Northrop Grumman, RTX und General Dynamics gaben nach. Investoren sind verunsichert, welche der drastischen Forderungen Trump tatsächlich durchsetzen kann. "Dies wäre ein starker Eingriff in die freie Marktwirtschaft, der auf einer schwierig zu realisierenden rechtlichen Grundlage beruht", kommentiert Rainer Bernnat, Rüstungsexperte bei PwC.
Europäische Verteidigungsaktien im Aufwind
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine entwickeln sich europäische Rüstungstitel wie Rheinmetall und Leonardo deutlich besser als ihre US-Konkurrenten. Die gestiegenen Militärausgaben der EU-Staaten – getrieben durch die russische Bedrohung und US-Forderungen – wirken wie ein Konjunkturprogramm für die Branche. Doch die Frage bleibt: Sollten Anleger komplett auf europäische Titel setzen?
Produktionsengpässe bremsen Aufrüstungspläne
Die geplante Budgetsteigerung von 50 Prozent stellt die Industrie vor enorme Herausforderungen. "Allein die Steigerung entspricht etwa dem Fünf- bis Sechsfachen des deutschen Verteidigungshaushalts", erklärt Bernnat. Die Produktion eines einzelnen Patriot-Abwehrsystems dauert 12 bis 24 Monate, Großprojekte wie Flugzeugträger oder neue Schlachtschiffe benötigen noch länger. Zukunftsprojekte wie der Panzer MGCS oder das Kampfflugzeug FCAS werden sich erst in 10 bis 15 Jahren materialisieren.
Transatlantische Verflechtung bleibt bestehen
Eine strikte Trennung zwischen europäischer und amerikanischer Rüstungsindustrie hält Bernnat für unrealistisch. Am Beispiel des F-35 Kampfjets von Lockheed Martin wird die Verflechtung deutlich: 25 Prozent der Teile kommen aus Europa, obwohl es sich um ein US-Produkt handelt. Rund 2.500 Maschinen wurden für die USA gebaut, weitere 1.000 für Verbündete.
Exportgeschäft essenziell für US-Konzerne
Bei Großprogrammen wie der F-35 sind laut PwC die Umsätze außerhalb der USA entscheidend für die Refinanzierung der Entwicklungskosten. Ein rein nationaler Markt ohne Export macht selbst in den USA wirtschaftlich wenig Sinn. Hinzu kommt der Fachkräftemangel auf beiden Seiten des Atlantiks, der eine gemeinsame Anstrengung des Westens notwendig macht.
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Zur AktienanalyseBuy European als Strategie?
Der Vorsatz "Buy European" stößt schnell an Grenzen. Europa hat vollständig auf die Entwicklung eines Kampfjets der fünften Generation verzichtet und ist daher von US-Technologie abhängig. Die Abhängigkeiten in der Luftfahrtbranche sind traditionell stark, sowohl bei Hardware als auch Software.
Anleger zwischen den Fronten
Aus Sicht der Industrie und der Staaten scheint eine einseitige Fokussierung auf europäische oder amerikanische Konzerne keine erfolgversprechende Strategie. Doch Trumps unberechenbare Politik könnte diese Einschätzung schnell ändern. Die aktuellen Kursrückgänge bei US-Verteidigungsaktien zeigen: Investoren wissen nicht mehr, was der Präsident tatsächlich umsetzen wird – und was nur Verhandlungstaktik ist.


