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Trump-Grönland-Vorstoß lässt US-Märkte einbrechen

US-Aktien und der Dollar gaben deutlich nach, nachdem Präsident Trump seinen Anspruch auf Grönland bekräftigte. Der S&P 500 verzeichnete den schlechtesten Tag seit Oktober.

Trump-Grönland-Vorstoß lässt US-Märkte einbrechen

Die Finanzmärkte reagierten am Dienstag mit deutlichen Verlusten auf die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Europa. Der S&P 500 fiel um 2,1 Prozent – der größte Tagesverlust seit Oktober. Gleichzeitig verlor der Dollar 0,9 Prozent gegenüber einem Korb wichtiger Währungen.

Trump hält an Grönland-Plänen fest

Auslöser der Marktturbulenzen war US-Präsident Donald Trump, der erklärte, es gebe "kein Zurück" bei seinen Plänen zur Übernahme Grönlands. Auf einer Pressekonferenz blieb Trump vage, wie weit er gehen würde: "Das werden Sie herausfinden." Er veröffentlichte zudem ein offenbar KI-generiertes Bild, das die arktische Insel mit einer US-Flagge und dem Schild "US territory EST 2026" zeigt.

Trotz der harten Rhetorik kündigte Trump Gespräche in Davos an, wo er am Mittwoch eintreffen soll. Er habe einem Treffen "der verschiedenen Parteien" zur Grönland-Frage zugestimmt.

Europa reagiert geschlossen

Die europäischen Staats- und Regierungschefs zeigten sich ungewöhnlich einig in ihrer Ablehnung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte vor einer "gefährlichen Abwärtsspirale" und versprach eine "unbeirrbare, geeinte und proportionale" Reaktion.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte Trumps "nutzlose Aggressivität", während der belgische Premier Bart De Wever die Europäer aufforderte, "seinen Bluff jetzt zu entlarnen". Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte, ihr Land müsse "standhaft bleiben", auch wenn es "von unserem engsten Verbündeten bedroht" werde.

Handelskrieg droht

Die Spannungen verschärfen sich zusätzlich durch Trumps Drohung, im nächsten Monat Zusatzzölle gegen acht europäische Staaten zu verhängen, die Militärpersonal nach Grönland entsandt hatten. Das Europäische Parlament reagierte am Dienstag mit der Aussetzung der Ratifizierung des EU-US-Handelsabkommens vom vergangenen Jahr.

Brüssel bereitet sich auf Vergeltungszölle vor, sollte Trump seine Drohungen wahr machen. US-Finanzminister Scott Bessent versuchte in Davos zu beschwichtigen und forderte die Handelspartner auf, "tief durchzuatmen und die Dinge ihren Lauf nehmen zu lassen".

NATO-Bündnis unter Druck

Trump wies Kritik zurück, er riskiere das transatlantische Bündnis. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, ohne ihn "gäbe es die NATO jetzt nicht". Nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, das er als "sehr gut" bezeichnete, zeigte sich Trump zuversichtlich: "Ich denke, wir werden etwas ausarbeiten, womit die NATO sehr zufrieden sein wird."

Die Märkte dürften volatil bleiben, solange die transatlantischen Spannungen anhalten. Anleger beobachten nun gespannt die angekündigten Gespräche in Davos.

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