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Trump, Intel und Anthropic: Was die Märkte heute bewegt

US-Futures zeigen sich verhalten: Iran-Konflikt, Ölpreisanstieg, Intels Milliarden-Emission und ein KI-Megadeal prägen den Handelstag.

Trump, Intel und Anthropic: Was die Märkte heute bewegt

Die US-Aktienfutures bewegten sich am Dienstag um die Nulllinie, während Anleger wichtige Inflationsdaten im weiteren Wochenverlauf abwarten. Bis 03:05 Uhr ET gab der Dow-Future um 51 Punkte oder 0,1 % nach, während S&P 500 Futures und Nasdaq 100 Futures weitgehend unverändert blieben. Die Stimmung bleibt durch mehrere Faktoren belastet: schwindende Hoffnungen auf ein Iran-Abkommen, steigende Ölpreise und anhaltende Fragen zur Nachhaltigkeit des KI-Booms.

Die wichtigsten Indizes an der Wall Street hatten in der vorangegangenen Sitzung nachgegeben. Ausschlaggebend war der erneute Anstieg der Ölpreise, ausgelöst durch schwindende Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Dies schürte Sorgen über eine mögliche Welle energiebedingter Inflation und eine Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen leicht an und übten zusätzlichen Druck auf Aktien aus.

Trump weist iranische Reparationsforderungen zurück

Kaum Anzeichen für einen baldigen Durchbruch im Iran-Konflikt: US-Präsident Donald Trump spottete über eine lange Liste neuer Forderungen des Irans, die am Wochenende veröffentlicht wurden. Besonders der Wunsch Teherans, dass Washington Reparationen für die Kriegsschäden zahlt, stieß auf scharfe Ablehnung. Trump bezeichnete dies als neue Forderung, die iranische Unterhändler zuvor nicht erhoben hätten, und erklärte, es sei vielmehr der Iran, der Entschädigungen zahlen müsse „für all die Menschen, die sie mit ihren Sprengfallen am Straßenrand und in vielen Konflikten getötet und schwer verwundet haben".

Die Straße von Hormus bleibt damit faktisch geschlossen. Vor Beginn des Krieges Ende Februar floss etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases durch die schmale Meerenge vor der Südküste des Irans. Die Ölpreise reagierten entsprechend: Brent-Futures, die weltweite Referenzsorte, notierten zuletzt um 1,8 % höher bei 89,34 US-Dollar pro Barrel.

Anthropic sichert sich KI-Kapazitäten bei Riot Platforms

Ein milliardenschwerer Cloud-Deal sorgte für Aufsehen im nachbörslichen Handel: Anthropic hat laut Bloomberg News eine langfristige Vereinbarung über 9,1 Milliarden US-Dollar mit Riot Platforms (NASDAQ: RIOT) unterzeichnet, um sich KI-Rechenkapazitäten zu sichern. Die Aktien von Riot sprangen daraufhin im nachbörslichen Handel um mehr als 20 % nach oben.

Die Vereinbarung umfasst 191 Megawatt Rechenkapazität auf dem Campus von Riot in Rockdale, Texas, und läuft bis Juni 2048. Riot erwartet, dass der Vertrag einen Umsatz von 9,1 Milliarden US-Dollar generieren wird. Zwei fünfjährige Verlängerungsoptionen könnten den Gesamtumsatz auf bis zu 16,1 Milliarden US-Dollar steigern. Der Deal unterstreicht das aggressive Bestreben von Anthropic, sich Infrastruktur zu sichern, da die Nachfrage nach seinen Claude-KI-Tools weiter steigt.

Intel nimmt 20 Milliarden Dollar durch Aktienemission ein

Der Chiphersteller Intel nutzte die deutliche Erholung seiner Aktie und nahm durch eine aufgestockte Aktienemission 20 Milliarden US-Dollar ein – ursprünglich hatte das Unternehmen lediglich 15 Milliarden US-Dollar angestrebt. Die Emission wurde zu einem Preis von 95 US-Dollar pro Aktie platziert, was einem Abschlag von 2,6 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht. Intel bot 210,5 Millionen Stammaktien an und räumte den Konsortialbanken eine 30-tägige Option zum Kauf von bis zu 31,6 Millionen zusätzlichen Aktien ein.

Der Erlös soll für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Intel plant, massiv in Anlagen und modernes Packaging zu investieren, um mit Konkurrenten in der Auftragsfertigung wie TSMC zu konkurrieren. Die Intel-Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf stark gestiegen, gab am Montag jedoch um über 4 % nach.

Nvidia und RBA runden das Marktbild ab

Auch Nvidia stand im Fokus: Der KI-Chipriese bestätigte ein massives Abkommen über KI-Infrastruktur mit einer Gruppe bedeutender Finanzunternehmen, darunter Apollo, BlackRock, Goldman Sachs und KKR. Die Vereinbarung zielt darauf ab, mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital für den Ausbau der KI-Infrastruktur zu mobilisieren. Die Analysten von Vital Knowledge werteten dies als weiteres Beispiel dafür, dass Nvidia „seine Bilanz ausweitet, um die Nachfrage nach KI-Infrastruktur anzukurbeln". Dennoch fielen die Nvidia-Aktien um mehr als 2 %.

Aus Australien kam derweil eine geldpolitische Entscheidung: Die Reserve Bank of Australia (RBA) beließ ihren Leitzins in einer einstimmigen Entscheidung unverändert bei 4,35 %. Im bisherigen Jahresverlauf hatte die RBA die Zinsen um insgesamt 75 Basispunkte angehoben. Die Zentralbank warnte jedoch, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation hoch blieben – und sah die hohen Treibstoffpreise infolge des Iran-Krieges als wesentlichen Treiber für den Preisdruck in naher Zukunft.

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