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Trump kaufte Apple und Nvidia kurz vor seiner Zoll-Kehrtwende

Während Märkte abstürzten, tätigte US-Präsident Trump am 8. April 2025 insgesamt 327 Aktienkäufe – darunter Tech-Giganten wie Apple, Nvidia und Amazon.

Trump kaufte Apple und Nvidia kurz vor seiner Zoll-Kehrtwende

US-Präsident Donald Trump nutzte den von ihm selbst ausgelösten Börsenausverkauf im April 2025 für massive Aktienkäufe. Wie eine CNBC-Analyse der jährlichen Finanzoffenlegung des Präsidenten zeigt, tätigte Trump am 8. April 2025 insgesamt 327 Aktienkäufe – mehr als das Fünffache seines Tagesdurchschnitts von rund 62 Käufen im Kalenderjahr. Damit war der 8. April sein elftstärkster Kauftag im vergangenen Jahr.

Die Käufe erfolgten am Ende einer steilen viertägigen Abwärtsspirale an den Aktienmärkten. Ausgelöst worden war der Ausverkauf durch Trumps Ankündigung umfassender und hoher Zölle am 2. April 2025 – einem Tag, den er selbst als „Tag der Befreiung" bezeichnete. Allein in diesen vier Handelstagen brach der S&P 500 um mehr als 12% ein und schloss am 8. April unter der Marke von 5.000 Punkten – haarscharf über der Schwelle zu einem offiziellen Bärenmarkt, der einen Rückgang von 20% gegenüber einem jüngsten Hoch beschreibt.

Trumps Käufe konzentrierten sich auf Magnificent-Seven-Aktien

Den Offenlegungen zufolge kaufte Trump am 8. April jeweils Aktien von Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Nvidia im Wert zwischen 100.001 und 250.000 US-Dollar. Alle fünf Unternehmen gehören zu den sogenannten „Magnificent Seven" – einer Gruppe von Mega-Cap-Technologiewerten, die in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Anstieg der Märkte auf Rekordhöhen beigetragen haben. Genau diese Aktien waren nach der Zollankündigung besonders stark unter Druck geraten.

Apple beispielsweise verlor am 8. April weitere 5% – es war der vierte Verlusttag in Folge. Nvidia büßte an demselben Tag mehr als 1% ein. Beide Aktien erholten sich jedoch spektakulär, nachdem Trump am folgenden Tag seine Kehrtwende vollzog.

Der Tag danach: Trumps Post und die Zoll-Kehrtwende

Am Morgen des 9. April, nur wenige Minuten nach der Eröffnungsglocke, postete Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social: „DIES IST EIN GROSSARTIGER ZEITPUNKT ZUM KAUFEN!!!" Später am selben Tag kündigte er an, einige der marktbelastenden Zölle zurückzunehmen. Der S&P 500 stieg daraufhin um rund 9,5% – einer seiner historisch besten Handelstage überhaupt.

Apple legte am 9. April um mehr als 15% zu, was als bester Handelstag des iPhone-Herstellers seit 1998 gilt. Nvidia sprang sogar um fast 19% nach oben und gewann damit in einer einzigen Sitzung fast ein Fünftel seines gesamten Marktwerts hinzu. Seit dem 8. April 2025 ist der S&P 500 kumuliert um rund 50% gestiegen.

Kritik und Fragen zum Interessenkonflikt

Diese Episode wirft grundlegende Fragen über Interessenkonflikte auf. Ein Präsident mit der enormen Macht, Märkte durch politische Entscheidungen zu bewegen, ist gleichzeitig ein Präsident mit einem gewaltigen persönlichen Interesse an eben diesen Märkten – mit mehr privatem Kapital im Spiel als jeder seiner Vorgänger. Das Weiße Haus äußerte sich auf Anfrage zum Timing der Transaktionen lediglich allgemein über das Vermögen des Präsidenten. Trump selbst erklärte Reportern, dass seine Geschäfte von externen Parteien verwaltet würden.

In Online-Foren wie der Reddit-Seite „WallStreetBets" reagierten Privatanleger gespalten auf die Enthüllungen. Einige begrüßten ihre eigene damalige Entscheidung, bereits vor Trumps öffentlichem Kaufaufruf eingestiegen zu sein. Andere hingegen verglichen sein Vorgehen mit Marktmanipulation und äußerten scharfe Kritik.

Die Aktienkäufe im April sind nur ein Teil einer 927-seitigen Finanzoffenlegung. Laut CNBC-Analyse weist das Dokument für das Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 2,24 Milliarden US-Dollar aus. Darin enthalten sind Hunderte Millionen Dollar aus Kryptowährungen, mehr als 290 Millionen Dollar aus Golf- und Clubimmobilien sowie über 86 Millionen Dollar aus rechtlichen Vergleichen. Trump erzielte zudem Einnahmen aus Merchandising-Artikeln und nahm zahlreiche Geschenke wie Sporttickets an.

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