Trump-Kehrtwende: Europas Börsen vor Kursgewinnen
Nach Trumps Rückzieher bei Grönland-Drohungen zeigen sich die Märkte erleichtert. Europäische Futures legen 1,2 Prozent zu, der S&P 500 verzeichnet stärksten Tagesgewinn seit zwei Monaten.

Die europäischen Aktienmärkte stehen vor deutlichen Kursgewinnen, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen Grönland zurückgenommen hat. Die Futures für europäische Indizes legten am asiatischen Nachmittag um 1,2 Prozent zu, während die FTSE-Futures um 0,75 Prozent stiegen.
Trump nimmt Gewaltanwendung vom Tisch
"Das werde ich nicht tun", erklärte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf die Frage nach einem möglichen militärischen Vorgehen zur Sicherung Grönlands. Der US-Präsident betonte: "Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden." Auf seiner Plattform Truth Social ergänzte er, dass die USA und die NATO ein Rahmenwerk für ein Abkommen hätten und er keine Zölle verhängen werde.
Wall Street mit stärkstem Tagesgewinn seit Monaten
Die Erleichterung an den Märkten war unmittelbar spürbar. Der S&P 500 verzeichnete einen Anstieg von 1,16 Prozent – den größten Tagesgewinn seit zwei Monaten. Die US-Futures lagen im asiatischen Handel weitere 0,3 Prozent höher. Auch in Asien zeigten sich positive Reaktionen: Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans stieg um rund ein Prozent.
Währungen und Rohstoffe reagieren
Der sich erholende US-Dollar drückte den Euro wieder unter die Marke von 1,17 Dollar auf 1,1686 Dollar. Gold gab nach dem jüngsten Höhenflug deutlich nach und fiel um etwa 100 Dollar pro Unze auf 4.790 Dollar, nachdem es zuvor ein Rekordhoch von 4.887 Dollar erreicht hatte.
NATO-Gespräche über Grönland-Abkommen
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Zur AktienanalyseNach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte deutete Trump an, dass die westlichen arktischen Verbündeten ein neues Abkommen über Grönland schmieden könnten. Dieses würde seinem Wunsch nach einem Raketenabwehrsystem und Zugang zu kritischen Mineralien entgegenkommen. Konkrete Details blieben jedoch aus.
Investoren bleiben vorsichtig
Trotz der Erleichterung zeigen sich Anleger weiterhin zurückhaltend. "Das TACO, wie sie es nennen, ist sicherlich real", kommentierte Damian Rooney von Argonaut und bezog sich dabei auf das Wall-Street-Akronym "Trump Always Chickens Out" – Trump kneift immer. Viele Investoren halten vorerst an ihren Absicherungen fest, da Trumps Inszenierungen in dieser Woche bereits mehrfach für Spannungen an den Märkten gesorgt hatten.


