Trump knüpft saudisches Atomabkommen an Normalisierung mit Israel
Nur 16 Stunden nach der Ankündigung des Nukleardeals macht Trump die Vereinbarung von Riads Beitritt zu den Abraham-Abkommen abhängig.

Donald Trump hat das zivile Nuklearabkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien nachträglich an eine Bedingung geknüpft: Das Königreich müsse die diplomatischen Beziehungen zu Israel normalisieren. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump am frühen Donnerstag, das Abkommen sei „vollständig davon abhängig, dass Saudi-Arabien den sehr angesehenen und erfolgreichen Abraham-Abkommen beitritt".
Die Ankündigung erfolgte weniger als einen Tag, nachdem das US-Energieministerium das Abkommen ohne jegliche Erwähnung Israels bekanntgegeben hatte. Das Ministerium hatte die Vereinbarung als „Abkommen über friedliche nukleare Zusammenarbeit" bezeichnet, das „großen Zugang für amerikanische Unternehmen" bieten und Trumps „nukleare Renaissance" für Amerika voranbringen solle.
Hintergrund: Was das Abkommen vorsieht
Im Rahmen der Vereinbarung würden die USA Saudi-Arabien beim Aufbau einer zivilen Kernenergie zur Stromerzeugung helfen – potenziell auch durch Unterstützung bei der Urananreicherung auf saudischem Boden. Trump betonte in seinem Post ausdrücklich, dass es „keine Anreicherung von Material" geben werde und sich das Abkommen ausschließlich auf nicht-militärische Nutzung beziehe, wie sie Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate bereits besäßen.
Die Ankündigung des Deals hatte unmittelbar Kritik ausgelöst – sowohl von demokratischen Abgeordneten als auch von pro-israelischen Konservativen in den USA. Kritiker warnten, das Abkommen gebe wertvolles US-„Druckmittel" preis und biete unzureichende Sicherheitsvorkehrungen, um zu verhindern, dass Saudi-Arabien die Technologie künftig für den Bau einer Atomwaffe nutzen könnte.
Abraham-Abkommen als Schlüssel zur Region
Die Abraham-Abkommen waren eine zentrale außenpolitische Initiative aus Trumps erster Amtszeit und zielten darauf ab, die Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu normalisieren. Trumps nachträgliche Verknüpfung des Nukleardeals mit diesem Rahmenwerk dürfte einen Teil der innenpolitischen Kritik dämpfen – gleichzeitig aber Saudi-Arabien in eine schwierige Lage bringen.
US-Beamte hatten bereits 2023 erklärt, dass Washington und Riad kurz vor der Unterzeichnung eines umfassenden Pakets standen. Dieses hätte einen US-saudischen Verteidigungspakt, die Unterstützung beim zivilen Nuklearprogramm sowie die Aufnahme diplomatischer Beziehungen Riads zu Israel umfasst. Die Bemühungen scheiterten jedoch an Israels Krieg im Gazastreifen nach den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023.
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Zur AktienanalyseKronprinz MBS besteht auf palästinensischem Staat
Seitdem hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman seine Position verhärtet. Er besteht darauf, dass eine Normalisierung mit Israel nur möglich sei, wenn Israel unumkehrbare Schritte zur Ermöglichung der Gründung eines palästinensischen Staates unternehme – was Israel bislang abgelehnt hat. Trumps Intervention dürfte Riad zusätzlich verunsichern, das sich seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Februar zunehmend im Visier Teherans sieht.
Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu begrüßte Trumps Aussage. „Wie Präsident Trump gesagt hat, wäre der Beitritt Saudi-Arabiens zu den Abraham-Abkommen ein historischer Sprung nach vorn für den Frieden im Nahen Osten", erklärte das Büro. Die Reaktion aus Riad blieb zunächst aus – die Verknüpfung von Nukleartechnologie und Nahostpolitik bleibt damit ein hochkomplexes diplomatisches Geflecht.


