Trump-Konten: Steuervorteil nur für wohlhabende Familien wirklich lohnend
Die neuen „Trump-Konten" bieten enorme Steuervorteile – doch nur Familien, die sich keine frühen Entnahmen leisten müssen, profitieren wirklich.

Die sogenannten „Trump-Konten" sorgen in den USA für Aufsehen. Eltern können für jedes ihrer Kinder ein solches Konto eröffnen und jährlich bis zu 5.000 US-Dollar einzahlen. Doch wie so oft bei Steuervorteilen gilt: Wer bereits finanziell gut aufgestellt ist, profitiert am meisten.
Der entscheidende Haken liegt in der Bedingung, die an den vollen Steuervorteil geknüpft ist. Das Kind darf das angesparte Kapital beim Erreichen der Volljährigkeit nicht benötigen. Nur wer auf die Ersparnisse verzichten kann, kommt in den Genuss des außergewöhnlichen Steuervorteils, den diese Konten bieten.
Übertragung in ein Roth IRA – der eigentliche Clou
Sobald das Kind 18 Jahre alt wird, kann das Trump-Konto in ein steuerfreies Roth IRA umgewandelt werden. Auf die bis dahin erzielten Anlagegewinne fällt zwar Einkommensteuer an – doch danach wächst das Kapital über Jahrzehnte hinweg vollständig steuerfrei. Für deutsche Leser zum Vergleich: Ein Roth IRA funktioniert ähnlich wie ein Altersvorsorgeprodukt mit nachgelagerter Steuerfreiheit, ist in den USA jedoch besonders attraktiv, weil Entnahmen im Ruhestand steuerfrei sind.
Das Potenzial ist enorm. Wer das Geld bis zum Lebensende unangetastet lässt, kann es zudem steuerfrei an die eigenen Erben weitergeben. Roth IRAs sind in den USA von der Erbschaftsteuer befreit – ein Vorteil, der für vermögende Familien über Generationen hinweg Millionen von US-Dollar wert sein kann.
Dieser Erbschaftsteuervorteil kommt noch oben drauf auf den ohnehin bereits großzügigen Bundesfreibetrag für die Erbschaftsteuer. Für Ehepaare beträgt dieser derzeit bis zu 30 Millionen US-Dollar. Trump-Konten ermöglichen es also, zusätzliches Vermögen vollständig am Fiskus vorbeizuschleusen.
Für wen lohnt sich das Konto wirklich?
Die Rechnung ist eindeutig: Familien, die ihren Kindern das Geld bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus lassen können, erhalten ein mächtiges Instrument zur steuerfreien Vermögensübertragung. Wer hingegen darauf angewiesen ist, dass das Kind die Ersparnisse für Ausbildung, Wohnung oder andere Lebenshaltungskosten nutzt, verliert den zentralen Steuervorteil.
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Zur AktienanalyseFür die breite Bevölkerung, die auf die Ersparnisse ihrer Kinder früher oder später zurückgreifen muss, ist das Trump-Konto damit ein vergleichsweise schlechtes Geschäft. Der maximale Einzahlungsbetrag von 5.000 US-Dollar pro Jahr und Kind klingt zunächst attraktiv – doch ohne die Möglichkeit, das Geld langfristig unangetastet zu lassen, verpufft der eigentliche Steuervorteil weitgehend.
Kritiker sehen in den Trump-Konten daher vor allem ein weiteres Instrument, das bestehende Vermögensungleichheiten zementiert. Reiche Familien können die Steuervorteile vollständig ausschöpfen und Vermögen über Generationen steuerfrei weitergeben – während Familien mit mittleren oder niedrigen Einkommen kaum in der Lage sind, die notwendigen Bedingungen zu erfüllen.


