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Trump plant 100-Prozent-Zölle auf Pharmaimporte ohne US-Preisabkommen

Die US-Regierung will bereits ab Donnerstag Strafzölle gegen ausgewählte Pharmahersteller verhängen, die keine Preisvereinbarungen getroffen haben.

Trump plant 100-Prozent-Zölle auf Pharmaimporte ohne US-Preisabkommen

Washington bereitet sich auf einen weiteren Handelskonflikt vor: Laut einem Bericht von Bloomberg News plant die Trump-Regierung, noch diese Woche Zölle gegen Pharmaunternehmen anzukündigen, die keine Vereinbarungen zur Sicherung niedriger Medikamentenpreise in den USA geschlossen haben. Die Maßnahme könnte bereits am Donnerstag in Kraft treten. Das Weiße Haus ließ eine Anfrage von Reuters zunächst unbeantwortet.

Im Mittelpunkt steht ein geplanter Zollsatz von 100 Prozent auf importierte Markenmedikamente und patentierte Arzneimittel. Dieser drastische Schritt hat die globale Pharmaindustrie bereits in Bewegung versetzt: Konzerne weltweit fahren ihre US-Produktion hoch und bauen Lagerbestände auf, um mögliche Strafzölle abzufedern.

Wer ist geschützt – und wer nicht?

Einige der größten Pharmaunternehmen haben sich bereits durch frühzeitige Vereinbarungen mit der Regierung abgesichert. Pfizer und AstraZeneca sicherten sich mehrjährige Zollbefreiungen durch Preisabkommen und Zusagen für die neue Plattform TrumpRx.gov. Damit signalisieren sie Bereitschaft, die Preispolitik der Trump-Regierung mitzutragen.

Auch Eli Lilly, Johnson & Johnson und Merck haben reagiert – allerdings auf anderem Weg. Die drei US-Pharmariesen sicherten milliardenschwere Investitionen in den Ausbau ihrer amerikanischen Geschäftstätigkeit zu, um Strafzahlungen zu vermeiden. Unternehmen hingegen, die weder Vereinbarungen abgeschlossen haben noch in aktiven Verhandlungen mit der Regierung stehen, sollen mit den vollen 100-Prozent-Zöllen belegt werden.

Pläne noch nicht endgültig

Bloomberg betonte, dass die Pläne noch nicht abschließend festgelegt seien und sich noch ändern könnten. Zudem seien Ausnahmen für bestimmte Medikamente und Krankheitskategorien möglich. Für europäische und asiatische Pharmaunternehmen, die stark vom US-Markt abhängig sind, bleibt die Lage damit weiterhin ungewiss.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung besonders relevant: Konzerne wie Bayer, Boehringer Ingelheim oder Merck KGaA exportieren erhebliche Mengen in die USA. Sollten die Zölle tatsächlich in dieser Form kommen, dürfte das spürbare Auswirkungen auf Margen und Aktienkurse haben. Die Branche beobachtet die Lage in Washington mit großer Anspannung.

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