Trump plant staatliche KI-Investitionen mit führenden Tech-Unternehmen
US-Präsident Trump will KI-Chefs im Weißen Haus treffen und über staatliche Beteiligungen an Google, OpenAI und Co. beraten.

US-Präsident Donald Trump plant ein Treffen mit den Chefs der bedeutendsten Unternehmen für künstliche Intelligenz des Landes. Ziel ist es, über eine staatliche Finanzbeteiligung an deren Zukunft zu beraten. Trump erklärte während eines Fluges in der Air Force One, das Treffen mit den Führungskräften solle voraussichtlich in der nächsten Woche im Weißen Haus stattfinden.
Als Ziel der geplanten Investitionen nannte Trump, „beinahe eine Partnerschaft mit der amerikanischen Öffentlichkeit zu schaffen". Damit verbindet er auch eine gesellschaftliche Absicht: Ein Teil der direkten US-Investitionen in KI-Unternehmen solle dazu dienen, die Wahrnehmung der Technologie durch die Amerikaner zu verbessern, die zuletzt zunehmend negativer geworden ist. „Wenn das amerikanische Volk vom Erfolg der KI profitieren kann, wird es sie auch mehr schätzen", so Trump.
Obwohl der Präsident keine spezifischen Unternehmen nannte, gehören Google, Microsoft, OpenAI, SpaceX und Anthropic zu den größten US-Firmen im KI-Sektor. Bei OpenAI und Anthropic wird in den kommenden Wochen ein Börsengang erwartet. Ein Sprecher von Microsoft lehnte eine Stellungnahme ab, Vertreter der anderen vier Unternehmen reagierten nicht auf Anfragen.
Vergleich mit Intel-Beteiligung
Als Referenz für sein Vorhaben zog Trump die im vergangenen Jahr erfolgte Beteiligung der US-Regierung in Höhe von 10 Prozent an Intel heran. Der Chiphersteller erhielt damit staatliche Unterstützung, und Trump behauptete, die USA hätten mit dieser Investition bereits Gewinne erzielt. Das Modell soll nun offenbar als Blaupause für mögliche KI-Beteiligungen dienen.
Interessant ist dabei die parteiübergreifende Dimension des Themas: Sam Altman, CEO von OpenAI, reiste diese Woche nach Washington D.C. und traf sich mit Senator Bernie Sanders. Sanders hatte zuletzt erklärt, er beabsichtige, eine Art Staatsfonds vorzuschlagen, über den sich die USA mit 50 Prozent an KI-Unternehmen beteiligen würden. Auf diesen Plan angesprochen, wies Trump den Vorschlag des Senators nicht zurück. „Was die wirtschaftlichen Aspekte betrifft, liegen unsere Ansichten gar nicht so weit auseinander", sagte Trump.
Anthropic nähert sich der Regierung an
Besonders bemerkenswert ist die Annäherung zwischen der Regierung und Anthropic. Dario Amodei, CEO des Unternehmens, traf sich vor einigen Wochen mit hochrangigen Vertretern des Weißen Hauses. Das Treffen galt als Zeichen der Entspannung – denn Anthropic ist derzeit in einen Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium verwickelt. Hintergrund ist die Weigerung des Unternehmens, weitreichende neue Vertragsbedingungen zu akzeptieren, was zum Ausschluss von Regierungsaufträgen führte.
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Zur AktienanalyseTrotz des laufenden Konflikts lobte Anthropic in dieser Woche öffentlich die Executive Order von Präsident Trump zum Thema KI. Jack Clark, ein Mitbegründer des Unternehmens, erklärte gegenüber der BBC, dass Anthropic „in täglichem Austausch mit der US-Regierung steht und wir Wege finden, um der nationalen Sicherheit dienlich zu sein". Diese Aussage unterstreicht, wie eng die Verflechtung zwischen der US-Regierung und der KI-Industrie bereits geworden ist.
Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung: Sollte Washington tatsächlich direkte Staatsbeteiligungen an führenden KI-Unternehmen anstreben, könnte dies die Wettbewerbslandschaft im globalen KI-Rennen erheblich verschieben. Staatlich gestützte US-Konzerne würden gegenüber privat finanzierten europäischen Akteuren einen strukturellen Vorteil erhalten. Die Gespräche im Weißen Haus dürften daher weit über die USA hinaus mit Spannung verfolgt werden.


