Trump plant Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar
US-Präsident Trump will das Verteidigungsbudget bis 2027 auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen – eine Steigerung um 50 Prozent. Moody's warnt vor massiv steigenden Defiziten und eingeschränkter Haushaltspolitik.
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch angekündigt, das amerikanische Verteidigungsbudget für 2027 auf 1,5 Billionen Dollar anheben zu wollen. Dies würde eine dramatische Erhöhung um rund 50 Prozent gegenüber den 901 Milliarden Dollar bedeuten, die der Kongress für 2026 bewilligt hat. Die Umsetzung des Plans erfordert allerdings die Zustimmung des Kongresses.
Massive Kostenexplosion prognostiziert
Das überparteiliche Committee for a Responsible Federal Budget rechnet mit erheblichen fiskalischen Folgen. Die Denkfabrik schätzt, dass Trumps Vorschlag bis 2035 Kosten von 5 Billionen Dollar verursachen würde. Noch drastischer fallen die Auswirkungen auf die Staatsverschuldung aus: Inklusive Zinszahlungen könnte sich die US-Schuldenlast um 5,8 Billionen Dollar erhöhen.
Moody's warnt vor Haushaltsrisiken
David Rogovic, Senior Vice President der Sovereign Risk Group bei Moody's Ratings, äußerte sich skeptisch zu den Finanzierungsmöglichkeiten. "Eine erhebliche Steigerung der Verteidigungsausgaben in einer ähnlichen Größenordnung wie die vom Präsidenten vorgeschlagene Erhöhung um 50 Prozent wäre höchst unwahrscheinlich anderweitig ausgeglichen zu werden", erklärte der Analyst. Die politischen und strategischen Schwierigkeiten bei der Suche nach entsprechenden Einsparungen oder neuen Einnahmequellen seien zu groß.
Steigende Zinslast und weniger Spielraum
Eine große und anhaltende schuldenfinanzierte Ausgabensteigerung würde die bereits beträchtlichen US-Haushaltsdefizite weiter ausweiten, warnte Rogovic. Dies würde die Zinslast im Laufe der Zeit erhöhen und die fiskalische Flexibilität der USA weiter einschränken. Zwar würden höhere Verteidigungsausgaben auch das BIP-Wachstum ankurbeln, doch die damit verbundenen zusätzlichen Staatseinnahmen könnten die Ausgabensteigerung nicht ausgleichen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseKontext für Anleger
Für den Anleihenmarkt könnte Trumps Plan erhebliche Konsequenzen haben. Steigende Defizite und eine wachsende Schuldenlast üben typischerweise Druck auf US-Staatsanleihen aus und könnten die Renditen nach oben treiben. Dies hätte wiederum Auswirkungen auf die globalen Kapitalmärkte und die Finanzierungskosten weltweit. Moody's hatte die USA bereits in der Vergangenheit wegen der steigenden Verschuldung kritisch bewertet.


