Trump-Regierung genehmigt Anthropic Freigabe von KI-Modell Mythos 5
Die US-Regierung erlaubt Anthropic, sein Modell Mythos 5 für rund 100 Unternehmen und Bundesbehörden freizugeben.

Die Trump-Administration hat dem KI-Unternehmen Anthropic am Freitag die Erlaubnis erteilt, sein Modell Mythos 5 für eine ausgewählte Gruppe von etwa 100 Unternehmen und Bundesbehörden zugänglich zu machen. Dies bestätigte CNBC. Die Entscheidung wurde vom Handelsministerium in einem Brief an Anthropic festgehalten und markiert einen bedeutenden Durchbruch nach wochenlangen Verhandlungen.
Der Brief war an Anthropic-Mitbegründer Tom Brown gerichtet, der die Verhandlungsführung mit der Trump-Regierung übernommen hat – und damit Anthropic-CEO Dario Amodei in dieser Rolle abgelöst hat. Wichtig: Die Genehmigung umfasst ausdrücklich nicht das zweite Modell Fable 5, dessen Zugang weiterhin gesperrt bleibt.
Zweiwöchiges Patt nach Modell-Ankündigung
Anthropic hatte Anfang des Monats bekannt gegeben, dass der Zugang zu beiden Modellen – Fable 5 und Mythos 5 – deaktiviert wurde, um einer Exportkontrollrichtlinie der Regierung nachzukommen. Diese Richtlinie berief sich auf „nationale Sicherheitsbehörden". Das Unternehmen erklärte, es sei angewiesen worden, jeglichen Zugang für „ausländische Staatsangehörige, ob innerhalb oder außerhalb der Vereinigten Staaten, einschließlich ausländischer Anthropic-Mitarbeiter", auszusetzen.
Dieser unerwartete Schritt erfolgte nur wenige Tage nach der offiziellen Ankündigung der Modelle. Besonders Fable 5 galt als Meilenstein: Es war das erste Mal, dass Anthropic ein derart fortschrittliches Modell für die breite Öffentlichkeit freigab. Ermöglicht wurde dies durch neue Sicherheitsvorkehrungen, die Antworten in spezifischen Hochrisikobereichen blockieren. Das Unternehmen hatte die Modelle als technologisch führend in einer Reihe verschiedener Branchen-Benchmarks angepriesen.
OpenAI geht ähnlichen Weg – mit weniger Reibung
Ebenfalls am Freitag kündigte Anthropics Konkurrent OpenAI drei neue KI-Modelle an. Das Unternehmen erklärte, der Aufforderung der US-Regierung nachzukommen und die Einführung zunächst auf eine „kleine Gruppe vertrauenswürdiger Partner" zu beschränken. In einem Blogbeitrag betonte OpenAI, man „glaube an einen breiten Zugang" und arbeite daran, die Modelle – GPT-5, 6 Sol, Terra und Luna – in den kommenden Wochen allgemein verfügbar zu machen. OpenAI hatte die Fähigkeiten der Modelle vorab präsentiert und seine Pläne der Regierung vor dem offiziellen Start mitgeteilt.
Im Vergleich zu OpenAI hatte Anthropic deutlich größere Schwierigkeiten im Umgang mit der Trump-Administration. Bereits früher im Jahr war es zu Unstimmigkeiten mit dem Verteidigungsministerium über die Nutzung von Anthropics Modellen gekommen. Nachdem die Verhandlungen zwischen beiden Seiten scheiterten, stufte das Verteidigungsministerium Anthropic als Lieferkettenrisiko ein – eine Einstufung, die historisch ausländischen Gegnern vorbehalten war.
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Zur AktienanalyseKlage gegen Trump-Regierung läuft noch
Diese Einstufung als Lieferkettenrisiko bedeutet, dass das Unternehmen angeblich die nationale Sicherheit der USA gefährdet. Sie verpflichtet Rüstungsunternehmen zur Zertifizierung, dass sie die Claude-Modelle von Anthropic bei ihrer Arbeit für das Militär nicht einsetzen werden.
Anthropic hat daraufhin die Trump-Regierung verklagt, um die Aufnahme in die schwarze Liste rückgängig zu machen. Dieser Rechtsstreit ist nach aktuellem Stand noch nicht abgeschlossen. Die teilweise Freigabe von Mythos 5 könnte jedoch als erstes Zeichen einer Annäherung zwischen dem KI-Unternehmen und der US-Regierung gewertet werden – auch wenn das vollständige Verhältnis weiterhin belastet bleibt.


