Trump-Regierung plant Finanzierung für US-Drohnenhersteller
Washington führt Gespräche mit Unusual Machines, Neros und weiteren Unternehmen über staatliche Beteiligungen und Kredite.

Die Trump-Administration befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über die staatliche Finanzierung mehrerer US-amerikanischer Drohnenhersteller. Das berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zu den genannten Unternehmen zählen Unusual Machines sowie das von Sequoia Capital unterstützte Startup Neros.
Die Diskussionen laufen demnach seit mehreren Monaten zwischen Unternehmen des Privatsektors und dem Pentagon. Einbezogen ist dabei auch das sogenannte Office of Strategic Capital – eine Kreditabteilung, die noch aus der Biden-Ära stammt und sich auf Unternehmen konzentriert, die für die Lieferketten der nationalen Sicherheit als kritisch eingestuft werden.
Drohnenvorherrschaft als präsidiale Priorität
Die strategische Bedeutung des Themas ist auf höchster Ebene verankert: Im Verteidigungshaushaltsentwurf von Präsident Trump für das Geschäftsjahr 2027, der ein Volumen von 1,5 Billionen US-Dollar umfasst, wird die Drohnenvorherrschaft ausdrücklich als „präsidiale Priorität" bezeichnet. Dies unterstreicht, welchen Stellenwert die USA dem Ausbau ihrer eigenen Drohnenindustrie beimessen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Hersteller wie DJI.
Unusual Machines ist ein börsennotierter Hersteller von Drohnenkomponenten, der Donald Trump Jr. als Berater in seinen Reihen führt. Das Unternehmen positioniert sich als amerikanische Alternative zu chinesischen Zulieferern und profitiert von politischen Bestrebungen, die heimische Drohnenproduktion zu stärken. Neros hingegen ist ein auf autonome Drohnen spezialisiertes Startup, das mit der Unterstützung des renommierten Risikokapitalgebers Sequoia Capital im Rücken antritt.
Weitere Unternehmen im Blickfeld
Laut dem WSJ-Bericht wird auch Performance Drone Works für eine mögliche staatliche Finanzierung in Betracht gezogen. Das Unternehmen hat bereits einen Auftrag zur Belieferung der US-Armee mit Aufklärungsdrohnen erhalten und verfügt damit über eine nachgewiesene Verbindung zum Verteidigungssektor.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBesonders bemerkenswert ist die diskutierte Finanzierungsstruktur: Einige der im Raum stehenden Vorschläge sehen eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital vor, die der Regierung Beteiligungen an den betreffenden Unternehmen einräumen könnte. Dies würde eine ungewöhnlich direkte staatliche Beteiligung an privatwirtschaftlichen Rüstungsunternehmen bedeuten.
Reuters konnte den Bericht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig verifizieren. Das Weiße Haus, das Pentagon sowie die genannten Unternehmen reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Für Anleger, die den US-Verteidigungssektor und insbesondere den wachsenden Drohnenmarkt im Blick haben, könnten die weiteren Entwicklungen dieser Gespräche von erheblicher Relevanz sein.


