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Trump-Rhetorik belastet: DAX verliert 1%, Euro steigt auf 1,17 Dollar

21. Januar 2026 3 Min

Die internationalen Finanzmärkte haben am Dienstag mit deutlichen Kursverlusten auf die verschärfte Rhetorik von US-Präsident Donald Trump reagiert. Die Sorge vor einer Eskalation im Streit um Grönland sowie die Ankündigung neuer US-Strafzölle drückten die Aktienkurse weltweit.

Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von gut einem Prozent bei 24.703 Punkten. Bereits am Vortag hatten Trumps Äußerungen die Börsen belastet. An der Wall Street, die am Montag wegen eines Feiertags geschlossen war, setzte sich die negative Stimmung fort. Der Dow Jones verlor zur Eröffnung rund 1,5 Prozent auf 48.694 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 gab auf 6.846 Zähler nach, während die Technologiebörse Nasdaq auf 23.130 Punkte fiel – beide Indizes büßten ebenfalls etwa 1,5 Prozent ein.

Flucht in sichere Häfen

Anleger flüchteten massiv in als sicher geltende Anlagen. Der Schweizer Franken und Gold verzeichneten deutliche Zuflüsse. Besonders auffällig: Der sogenannte "Sell America"-Handel gewinnt an Fahrt. Dabei verkaufen Investoren US-Aktien, den Dollar und US-Staatsanleihen. Letzteres führt zu steigenden Renditen bei amerikanischen Anleihen.

"Auch wenn es zu einer Deeskalation kommt, wird diese Episode viele dazu veranlassen, an der Glaubwürdigkeit eines jeden Abkommens mit Trump zu zweifeln, so dass die Unsicherheit über die Zölle hoch bleiben wird", kommentierte Henry Cook, Europa-Volkswirt bei MUFG.

Euro steigt – Doppelbelastung für Exporteure

Auch an den Devisenmärkten blieben die Reaktionen nicht aus. Der Euro kletterte am Nachmittag auf 1,1728 Dollar und legte damit 1,4 Cent gegenüber dem Freitagabend zu. Diese Entwicklung stellt für deutsche Exporteure eine doppelte Belastung dar.

"Dass ausgerechnet der Euro gegenüber dem US-Dollar steigt, weil Investoren aus Amerika fliehen, hilft den um gleichzeitig höhere Zölle bangenden Exporteuren im DAX so gar nicht", analysierte Christine Romar, Marktanalystin beim Broker CMC Markets. Investoren hätten in den Risk-Off-Modus geschaltet.

Hoffnung auf Davos

Große Hoffnungen richten sich nun auf das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Am Dienstag begann das offizielle Programm der jährlichen Tagung in den Schweizer Alpen. Für Mittwoch wird eine Rede von US-Präsident Trump erwartet. Namhafte EU-Politiker hoffen auf Gespräche mit Trump am Rande des Gipfeltreffens. Die EU-Kommission ringt derweil um eine einheitliche Antwort auf Trumps jüngste Zollandrohungen.

Deutsche Exporte in die USA rückläufig

Mitten im neu aufgeflammten Zollstreit veröffentlichte das Statistische Bundesamt neue Exportzahlen. Von Januar bis November 2025 gingen Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten – ein Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders stark betroffen ist die Autoindustrie. Die Ausfuhren von Autos und Autoteilen sanken bis November um 17,5 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht die Verwundbarkeit deutscher Schlüsselindustrien im transatlantischen Handel.

Lichtblick: Auftragsbestände wachsen

Positive Nachrichten kamen dagegen von den Auftragsbeständen der deutschen Industrie. Das Auftragspolster ist im November den vierten Monat in Folge gewachsen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Auftragsbestand preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,8 Prozent zu. Im Jahresvergleich wird sogar ein Plus von 5,9 Prozent gemeldet.

Deutsche Börse AG als Gewinner

Gegen den schwachen Gesamtmarkt setzten sich die Papiere der Deutschen Börse AG deutlich positiv ab. An der DAX-Spitze gewannen die Titel des Börsenbetreibers zwei Prozent auf rund 214 Euro. Auftrieb gab eine Meldung, wonach das Unternehmen der geplanten Übernahme des Fondsvertriebsspezialisten Allfunds näher komme.

Fazit für Anleger

Die Märkte befinden sich in einem Zustand erhöhter Nervosität. Die Unsicherheit über die US-Handelspolitik belastet nicht nur die Aktienkurse, sondern führt auch zu Verwerfungen an den Devisen- und Anleihemärkten. Deutsche Anleger sollten die Entwicklungen in Davos aufmerksam verfolgen. Die Kombination aus Zollrisiken und einem erstarkenden Euro stellt insbesondere für exportorientierte DAX-Konzerne eine Herausforderung dar. Gleichzeitig zeigen die steigenden Auftragsbestände, dass die Fundamentaldaten der deutschen Industrie noch intakt sind.

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