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Trump setzt Jones Act aus: Was auf den US-Kraftstoffmärkten geschah

Die Trump-Regierung suspendierte das jahrhundertealte Seefahrtsgesetz, um Kraftstoffkosten zu senken – mit spürbaren Folgen für die Märkte.

Trump setzt Jones Act aus: Was auf den US-Kraftstoffmärkten geschah

Die Trump-Regierung hat eine der weitreichendsten Maßnahmen zur Eindämmung der Kraftstoffkosten ergriffen: die Aussetzung des Jones Act. Das Gesetz, das nach dem Ersten Weltkrieg verabschiedet wurde, schreibt vor, dass der Schiffsverkehr zwischen US-amerikanischen Häfen ausschließlich auf Schiffen stattfinden darf, die in den USA gebaut wurden, eine amerikanische Besatzung haben und unter US-Flagge fahren.

Hintergrund der Maßnahme war der Iran-Krieg, der die Kraftstoffpreise in die Höhe trieb. Präsident Trump äußerte zuletzt öffentlich sein Missfallen darüber, dass die Preise nicht schnell genug von ihren kriegsbedingten Höchstständen gesunken seien. Die Aussetzung des Jones Act sollte ausländischen Schiffen ermöglichen, Treibstoffe und andere Industriegüter zwischen US-Häfen zu transportieren – und damit eine zusätzliche Kostenebene beseitigen.

Was ist der Jones Act und warum ist er umstritten?

Der Jones Act wurde nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ziel verabschiedet, die heimische Schiffbauindustrie der USA zu schützen. Die Flotte der Schiffe, die alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen, ist jedoch vergleichsweise klein. Diese begrenzte Kapazität kann die Transportkosten zwischen inländischen Häfen erheblich in die Höhe treiben – ein Kritikpunkt, den Befürworter einer Liberalisierung seit Jahren vorbringen.

Durch die Aussetzung des Gesetzes durften nun auch ausländische Schiffe diese Routen bedienen, was den Wettbewerb erhöhte und theoretisch die Frachtkosten senken sollte. Die Maßnahme ist auf 150 Tage befristet und läuft am 15. August aus. Damit rückt das Ablaufdatum immer näher – und mit ihm eine politisch aufgeladene Debatte über die Zukunft des Gesetzes.

Erste Daten aus den Häfen liegen vor

Basierend auf Daten der Maritime Administration wurden die Fahrten erfasst, die in den ersten 90 Tagen nach der Aufhebung des Gesetzes gemeldet wurden. Die Zahlen geben erstmals einen konkreten Einblick, in welchem Umfang ausländische Schiffe die neue Regelung tatsächlich genutzt haben, um zwischen US-Häfen zu verkehren.

Die Debatte über den Jones Act dürfte sich vor dem 15. August weiter verschärfen. Befürworter des Gesetzes argumentieren, es sichere amerikanische Arbeitsplätze und stärke die nationale Sicherheit. Kritiker hingegen sehen es als protektionistische Regelung, die Verbraucher und Industrie mit unnötig hohen Transportkosten belastet.

Für deutsche Beobachter ist die Situation ein interessantes Beispiel dafür, wie Handels- und Schifffahrtsgesetze direkte Auswirkungen auf Energiepreise und Versorgungssicherheit haben können – eine Debatte, die auch in Europa im Kontext von Energieabhängigkeit und maritimer Infrastruktur geführt wird. Die Entscheidung der Trump-Regierung zeigt, dass selbst jahrzehntealte Schutzgesetze in Krisenzeiten schnell zur Disposition stehen können.

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