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Trump trifft Xi: CEOs im Gepäck, China am längeren Hebel

Beim lang erwarteten Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi Jinping bringt der US-Präsident 16 Top-Manager mit – doch die Ausgangslage ist komplex.

Trump trifft Xi: CEOs im Gepäck, China am längeren Hebel

Donald Trump und Xi Jinping treffen sich an diesem Donnerstag zu einem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen. Beide Staatschefs haben in den Wochen zuvor intensiv daran gearbeitet, ihre Verhandlungspositionen zu stärken – doch ihre Ansätze könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Trump auf persönliche Beziehungen und wirtschaftliche Schlagkraft setzt, scheint Xi Jinping die strategisch stärkere Position zu halten.

Trump reist mit einer ungewöhnlich hochkarätigen Wirtschaftsdelegation an: 16 führende US-Unternehmenschefs begleiten ihn, deren Konzerne umfangreiche Geschäfte in China betreiben. Zu den prominentesten Namen zählen Tim Cook von Apple, David Solomon von Goldman Sachs sowie Elon Musk von Tesla. Die Inszenierung soll sowohl Trumps persönlichen Einfluss als auch die Tiefe der amerikanisch-chinesischen Wirtschaftsverflechtungen unterstreichen.

Trumps Lob-Offensive gegenüber Xi

Der US-Präsident setzt erkennbar auf einen versöhnlichen Ton. Am Montag erklärte er im Oval Office: „Ich habe eine großartige Beziehung zu Präsident Xi. Ich respektiere ihn sehr." Trump hatte zuvor öffentlich eingeräumt, dass er sich leicht von Menschen „verführen" lasse, die nett zu ihm seien – „Selbst wenn es schlechte Menschen sind, ist mir das völlig egal." Diese Selbsteinschätzung wirft Fragen über seine Verhandlungsführung auf.

Zusätzlich lobte Trump Chinas Haltung im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. China verhalte sich diesbezüglich „sehr nett", so der US-Präsident. Damit deutet sich an, dass der laufende Konflikt mit dem Iran die amerikanische Aufmerksamkeit von den eigentlich zentralen Themen des Gipfels ablenkt.

Handel, Technologie und Taiwan auf der Agenda

Die eigentliche Agenda des Treffens ist weitreichend: Handel, Technologie und die Situation um Taiwan gelten als die drängendsten Streitpunkte zwischen den beiden Supermächten. Gerade im Technologiebereich – etwa bei Halbleitern und künstlicher Intelligenz – sind die Spannungen zwischen Washington und Peking in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Für deutsche Unternehmen und Anleger, die stark in globale Lieferketten eingebunden sind, haben die Ergebnisse dieses Gipfels unmittelbare wirtschaftliche Relevanz.

Der Iran-Krieg kompliziert die Lage zusätzlich. Er bindet diplomatische und militärische Ressourcen der USA und könnte Trumps Verhandlungsspielraum gegenüber Peking einschränken. China hingegen kann diese Ablenkung als strategischen Vorteil nutzen und seine Positionen in den Kernfragen selbstbewusster vertreten.

Machtgefälle trotz US-Wirtschaftsdelegation

Beobachter sehen trotz der imposanten amerikanischen CEO-Delegation Xi Jinping in der stärkeren Verhandlungsposition. Während Trump auf öffentlichkeitswirksame Gesten und persönliche Sympathien setzt, agiert die chinesische Seite nach Einschätzung von Analysten strategisch kalkulierter. Die Frage, welche konkreten Ergebnisse das Treffen bringt, bleibt offen – die Erwartungen an einen Durchbruch in den zentralen Streitfragen sind gedämpft.

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