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Trump unter Druck wegen Attacken auf die Fed

CDU-Politiker Klaus Wiener warnt vor langfristigen Risiken für Finanzmärkte und Wirtschaft

 Trump unter Druck wegen Attacken auf die Fed

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Klaus Wiener äußert sich mit deutlicher Sorge über das Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber der US-Notenbank Fed. In einem Interview erklärte Wiener, dass Trumps wiederholte öffentliche Angriffe auf Fed-Chef Jerome Powell gefährlich seien. Der Präsident hatte Powell unter anderem als „großen Loser“ bezeichnet. Solche Aussagen seien Ausdruck eines Freund-Feind-Denkens, das unabhängige Institutionen beschädige und das Vertrauen in deren Entscheidungen untergrabe.

Wiener, der lange Zeit als Chefvolkswirt in der Finanz- und Versicherungsbranche tätig war, bevor er in den Bundestag gewählt wurde, warnt davor, dass Trumps Einflussnahme auf die Fed nicht ohne Folgen bleibt. Er erklärt, dass die Fed zwar nur kurzfristige Zinsen direkt beeinflussen könne, doch gerade die langfristigen Zinsen seien entscheidend für die Finanzierung von Staatsschulden und Unternehmensinvestitionen. Wenn die Fed als politisch gesteuert wahrgenommen werde, drohe ein Verlust an Glaubwürdigkeit, was steigende Inflationserwartungen und damit auch höhere langfristige Zinsen nach sich ziehen könne.

Ein solches Szenario hätte laut Wiener schwerwiegende Folgen für die US-Wirtschaft. Die Zinslast für die ohnehin bereits hohen Staatsschulden würde steigen, da diese überwiegend über langfristige Anleihen finanziert würden. Gleichzeitig würden auch die Finanzierungskosten für Unternehmen zunehmen, was die wirtschaftliche Dynamik belaste. Trump schade also letztlich sich selbst und der US-Wirtschaft, wenn er die Unabhängigkeit der Fed untergrabe.

Wiener betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung solider Finanzpolitik in Europa. Für Deutschland könne sich die aktuelle Entwicklung als vorteilhaft erweisen, denn internationale Investoren seien auf der Suche nach sicheren Anlageformen, wenn das Vertrauen in US-Staatsanleihen schwindet. Bundesanleihen würden dadurch attraktiver. Das zeige sich etwa an der Reaktion auf das deutsche Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro: Zwar sei die Rendite zunächst gestiegen, habe sich aber aufgrund der gestiegenen Nachfrage bald wieder gesenkt.

Auch mit Blick auf das bevorstehende Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit Donald Trump rät Wiener zu klaren Worten. Eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA sei für beide Seiten vorteilhafter als protektionistische Maßnahmen. Besonders Trumps Zollpolitik kritisiert Wiener als selbstschädigend. Europa bleibe Amerikas wichtigster Handelspartner.

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