Trump verhängt neue Zölle auf Möbel und Medikamente
Ikea, Pharmaindustrie und Kunden in den USA spüren steigende Preise und Unsicherheit

Donald Trump erhöht den Druck auf die internationale Möbel- und Pharmaindustrie und kündigt neue Zölle an, die ab dem 1. Oktober gelten sollen. Besonders betroffen dürfte Ikea sein, das in den USA eigentlich gerade sein 40-jähriges Jubiläum feiert. Der Konzern, der in 52 US-Märkten vertreten ist, wollte das Jubiläum mit Gratis-Frühstück und Geburtstagskuchen feiern. Doch die geplante Feststimmung wird durch die Ankündigung des US-Präsidenten überschattet, der Importzölle auf Möbel und pharmazeutische Produkte drastisch ausweitet.
In der Nacht zu Freitag erklärte Trump, dass Möbelimporte künftig mit hohen Aufschlägen belegt werden. Küchen, Waschbecken und Zubehör sollen mit einem 50-prozentigen Zoll belastet werden, Polstermöbel mit 30 Prozent. Ikea ist dabei besonders exponiert, da nur zehn Prozent der angebotenen Produkte in den USA hergestellt werden. Der überwiegende Teil wird importiert, vor allem aus China und Polen. Zwar nannte Trump den Konzern nicht ausdrücklich, seine Äußerungen richteten sich jedoch gegen eine Branche, die stark von Importen abhängt.
Bereits im August hatte Trump Zölle auf Möbelimporte ins Spiel gebracht, um die Produktion in die USA zurückzuholen. Besonders die Bundesstaaten North und South Carolina sowie Michigan sollen profitieren. Die Realität zeigt bisher jedoch steigende Preise für Konsumenten. Möbel verteuerten sich nach Angaben des US-Arbeitsmarktamtes im August bereits um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Wohnzimmer- und Esszimmermöbel sogar um 9,5 Prozent.
Neben Möbeln nimmt Trump auch die Pharmaindustrie ins Visier. Ab Oktober sollen alle marken- oder patentgeschützten Arzneimittel mit einem Einfuhrzoll von 100 Prozent belegt werden. Ausnahmen gelten für Unternehmen, die in den USA produzieren oder ein Werk im Land aufbauen. Unklar bleibt jedoch, welche Investitionen als „im Bau befindlich“ anerkannt werden. Für deutsche Pharmahersteller ist die Entscheidung brisant, da die USA ihr wichtigster Absatzmarkt sind. 2024 wurden pharmazeutische Produkte im Wert von 27 Milliarden Euro dorthin exportiert, fast ein Viertel der gesamten deutschen Ausfuhren in diesem Bereich.
Trump hatte zuvor angekündigt, die Arzneimittelpreise in den USA drastisch senken zu wollen, um die heimische Produktion zu stärken. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass 90 Prozent der verschriebenen Medikamente Generika sind, deren Herstellung in den USA aufgrund hoher Kosten kaum rentabel erscheint. Es drohen daher auch in diesem Bereich eher steigende Preise.
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Zur AktienanalyseZusätzlich plant der Präsident, einen 25-prozentigen Zoll auf den Import schwerer Lastwagen einzuführen. Begründet wird dieser Schritt mit dem Schutz der heimischen Industrie, obwohl viele Modelle längst in den USA gefertigt werden. Besonders die Möbel- und Pharmamaßnahmen werfen zudem Fragen auf, ob sie mit bestehenden Handelsabkommen zwischen den USA und der EU vereinbar sind. Statt der vereinbarten 15 Prozent lägen die Zölle nun deutlich höher.
Mit seinen jüngsten Ankündigungen hat Trump erneut Unsicherheit für Unternehmen geschaffen. Viele hatten nach früheren Handelsabkommen auf Stabilität gehofft. Stattdessen sorgt die US-Regierung mit neuen Zöllen für anhaltende Unberechenbarkeit.


