Trump verhängt 100%-Zölle auf Pharmaimporte – viele Firmen ausgenommen
Die US-Regierung trifft Arzneimittelhersteller ohne Preisvereinbarungen mit neuen Strafzöllen von bis zu 100 Prozent.

Die Trump-Regierung hat neue Zölle auf importierte Markenmedikamente angekündigt, die Pharmaunternehmen ohne bestehende Preisvereinbarungen mit dem Weißen Haus treffen sollen. Patentierte Medikamente und deren Wirkstoffe unterliegen dabei einem Zollsatz von 100 Prozent. Allerdings sieht der Plan zahlreiche Ausnahmen und Übergangsfristen vor, die den tatsächlichen Kreis der betroffenen Unternehmen erheblich einschränken dürften.
Große Arzneimittelhersteller haben 120 Tage Zeit, bevor der volle Zollsatz von 100 Prozent greift. Kleinere Hersteller, die auf Auftragsfertiger angewiesen sind, erhalten eine Frist von 180 Tagen. Unternehmen, die eine Verlagerung ihrer Produktion in die USA planen, zahlen zunächst nur 20 Prozent – dieser Satz steigt jedoch innerhalb von vier Jahren auf 100 Prozent.
Wer ist befreit – und wer nicht?
Arzneimittelhersteller, die bereits Preisvereinbarungen mit dem US-Gesundheitsministerium abgeschlossen haben oder sich in laufenden Verhandlungen befinden und gleichzeitig inländische Produktionskapazitäten aufbauen, sind vollständig von den Zöllen befreit. Neue Werke in den USA müssen bis Januar 2029 fertiggestellt sein, um diese Befreiung zu erhalten. Seit November haben bereits 13 Unternehmen entsprechende Verträge unterzeichnet, darunter Eli Lilly, Pfizer und Novo Nordisk.
Generika, Biosimilars und deren Wirkstoffe sind vorerst von den neuen Abgaben ausgenommen. Das Weiße Haus kündigte jedoch an, diese Ausnahme in einem Jahr neu zu bewerten. Auch bestimmte Spezialprodukte für die Tiergesundheit und Behandlungen seltener Krankheiten bleiben unter bestimmten Bedingungen zollfrei.
Für europäische Pharmaunternehmen gilt ein gesonderter Zollsatz von 15 Prozent – dieser betrifft die EU, Japan, Südkorea und die Schweiz. Großbritannien zahlt aufgrund eigener Preisanpassungen für Arzneimittel lediglich 10 Prozent. Die Trump-Regierung begründet die branchenspezifischen Zölle mit einer Untersuchung des Handelsministeriums, die Arzneimittelimporte als Risiko für die nationale Sicherheit einstufte.
Milliarden-Investitionen in US-Produktion angekündigt
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Zur AktienanalyseDie Androhung von Pharmazöllen hat in den vergangenen Monaten eine Welle von Investitionsankündigungen ausgelöst. Laut dem zuständigen Regierungsbeamten belaufen sich die bisherigen Zusagen zur Rückverlagerung der Produktion in die USA auf insgesamt 400 Milliarden US-Dollar. Die Trump-Regierung erwartet, dass bis zum Ablauf der Übergangsfristen weitere Unternehmen entsprechende Pläne vorlegen werden.
Parallel zu den Pharmazöllen passte die Regierung auch die Berechnungsmethode für Metalzölle an. Rohstoffe aus Stahl, Aluminium und Kupfer werden weiterhin mit 50 Prozent belastet, nun aber auf den vollen Importpreis. Importierte Fertigerzeugnisse mit einem Metallanteil von mehr als 15 Prozent unterliegen künftig einem Zollsatz von 25 Prozent auf den Gesamtwert – bisher galt der Satz von 50 Prozent nur auf den enthaltenen Metallanteil. Das überparteiliche Committee for a Responsible Federal Budget schätzt, dass diese Änderung in den kommenden zehn Jahren zusätzliche Staatseinnahmen von rund 70 Milliarden US-Dollar generieren wird.


