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Trump verteidigt Zölle in Michigan trotz schwacher Jobzahlen

Bei einer Rede im GM-Werk in Milford warb Trump für seine Zollpolitik – während Michigan kaum Arbeitsplätze schafft.

Trump verteidigt Zölle in Michigan trotz schwacher Jobzahlen

US-Präsident Donald Trump hat seine Zollpolitik in Michigan vehement verteidigt – ausgerechnet in einem Bundesstaat, der von seinen Handelsmaßnahmen besonders hart getroffen wird. Bei einer Rede in einem Werk von General Motors in der Stadt Milford bezeichnete Trump seine Zölle als „historisch" und behauptete, sie würden die amerikanische Autoindustrie neu beleben. Unternehmen sollen durch die Abgaben dazu gezwungen werden, ihre Auslandsproduktion in die USA zu verlagern.

Die wirtschaftliche Realität in Michigan zeichnet jedoch ein anderes Bild. Daten des Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigen, dass der Bundesstaat in den zwölf Monaten bis Juni dieses Jahres lediglich 500 neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Zum Vergleich: Texas verzeichnete im selben Zeitraum 177.900 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote in Michigan lag im Mai bei 5,1 Prozent – ein leichter Anstieg gegenüber April und einer der höchsten Werte im gesamten Land.

Trumps Botschaft an die Autoindustrie

Trump machte seine Botschaft an die Hersteller unmissverständlich klar: „Die Regel ist einfach: Bauen Sie Ihre Lastwagen oder Autos außerhalb der Vereinigten Staaten, und Sie zahlen eine Gebühr für das Recht, sie hier zu verkaufen und Gewinne zu erzielen." Wer hingegen in Michigan oder anderswo in Amerika produziere, werde „überhaupt nicht mit Zöllen konfrontiert", so Trump weiter. Vor den versammelten GM-Mitarbeitern erklärte er: „Nun hat Michigan endlich einen Präsidenten, der sich für die Autoarbeiter in Michigan einsetzt."

Als Beleg für den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik verwies das Weiße Haus auf Investitionen von General Motors in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar in die US-Produktion sowie auf kleinere Investitionen von Ford, Stellantis und Detroit Diesel. Für verbleibende wirtschaftliche Probleme machte Trump „globalistische" US-Politiker verantwortlich, die amerikanische Arbeiter „verraten" hätten.

Komplexes Zollgeflecht belastet Nordamerikas Autoindustrie

Michigan ist wirtschaftlich eng mit dem benachbarten Kanada verflochten – einem Land, das von einer Reihe US-amerikanischer Zölle getroffen wurde. Konkret gelten derzeit 25 Prozent Zölle auf Nicht-US-Teile in kanadisch montierten Personenkraftwagen sowie auf Teile, die nicht unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen. Hinzu kommen Stahlzölle, die die Branche indirekt belasten.

Die Lage könnte sich noch verschärfen: Die USA planen, die Zölle auf bestimmte kanadische Waren – einschließlich Autos – im August auf 50 Prozent zu erhöhen. Kanada hat bereits mit Gegenzöllen von 25 Prozent auf US-Fahrzeuge und -Teile reagiert, die nicht den USMCA-Vorgaben entsprechen. Im vergangenen Jahr sank die Fahrzeugproduktion in allen drei nordamerikanischen Ländern, wobei Kanada laut einer Analyse der TD Bank mit einem Rückgang von 5,4 Prozent am stärksten betroffen war.

Neue Brücke als Symbol – und wirtschaftliche Realität

Trumps Besuch in Michigan fiel zeitlich mit der Eröffnung der neuen Gordie Howe International Bridge zusammen, die Detroit und Windsor verbindet – die Zentren der Automobilproduktion beider Länder. Der erste kommerzielle Lastwagen, beladen mit Autoteilen auf dem Weg nach Michigan, überquerte die Brücke nur wenige Stunden vor Trumps Veranstaltung.

Die wirtschaftlichen Sorgen in Michigan gehen über die Zölle hinaus. Auch Inflation und steigende Benzinpreise infolge des Iran-Krieges belasten viele Gemeinden im Bundesstaat und im ganzen Land. Automobilhersteller haben bereits begonnen, ihre Produktionslinien anzupassen. Trumps Auftritte in Michigan intensivieren sich derweil im Vorfeld der bevorstehenden Zwischenwahlen im November – Michigan gilt als wichtiger Swing State, der 2024 wieder zugunsten der Republikanischen Partei umschlug.

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