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Trump vollzieht Kehrtwende im Ukraine-Krieg

Selenskyj sieht positive Signale, Europa reagiert erleichtert, Russland schweigt zu den Aussagen

Trump vollzieht Kehrtwende im Ukraine-Krieg

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der UN-Generalversammlung in New York überraschend eine deutliche Kehrtwende im Ukraine-Krieg angekündigt. Er erklärte, dass die Ukraine mit Unterstützung der Europäischen Union in der Lage sei, ihr gesamtes Staatsgebiet zurückzuerobern. Russland bezeichnete er dabei als „Papiertiger“, der nach dreieinhalb Jahren ohne militärische Erfolge geschwächt wirke. Zugleich sprach er sich für ein härteres Vorgehen gegen russische Luftraumverletzungen aus und betonte, seine einst enge Beziehung zu Kremlchef Wladimir Putin habe „leider nichts bedeutet“.

Trumps öffentliche Distanzierung von Putin stellt eine abrupte Abkehr von seiner bisherigen Linie dar, bei der er immer wieder seine guten Kontakte zu Russland hervorgehoben hatte. Seine Sprecherin Karoline Leavitt sprach von „unglaublicher Frustration“ des Präsidenten gegenüber Moskau. In einem Post auf Truth Social deutete Trump an, dass die Ukraine ihre derzeit von Russland besetzten Gebiete zurückholen könne und möglicherweise sogar „noch weiter“ gehe. Zudem verwies er auf die schwierige wirtschaftliche Lage Russlands und forderte die Ukraine auf, jetzt zu handeln.

Auch Trumps Außenminister Marco Rubio bestätigte die veränderte Haltung. Er erklärte, der Präsident habe lange auf diplomatische Fortschritte gehofft, sehe aber inzwischen keine Bewegung von russischer Seite. Rubio sprach von einer „Phase potenzieller Eskalation“ und drohte Moskau mit weiteren Sanktionen sowie verstärkten Waffenlieferungen an die Ukraine. Er machte deutlich, dass Trumps Geduld zwar groß sei, aber nicht unbegrenzt.

Für den ukrainischen Präsidenten Selenskyj bedeutet die Kehrtwende eine spürbare Stärkung. Er äußerte sich nach seinem Treffen mit Trump optimistisch und sprach von „guten Ideen“, die beide Seiten diskutiert hätten. In einem Beitrag auf X lobte er die Entschlossenheit des US-Präsidenten, den Krieg zu beenden, und erklärte, dieser sei über alle Details informiert. Gegenüber dem US-Sender Fox News zeigte sich Selenskyj überrascht über die Deutlichkeit von Trumps Worten, wertete sie jedoch als positives Signal, dass die USA der Ukraine bis zum Ende des Krieges beistehen könnten.

Auch die europäischen Verbündeten reagierten erleichtert. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach in seiner Rede bei den Vereinten Nationen von einem „wichtigen Zeichen“ und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte sich in ähnlicher Weise. Russland selbst nahm zunächst keine erkennbare Stellung zu den Aussagen Trumps. Der stellvertretende UN-Botschafter Dmitri Poljanski ging in seiner Rede nicht auf die neue Linie Washingtons ein.

Offen bleibt, welche territorialen Vorstellungen Trump konkret verfolgt. In der Vergangenheit hatte er Gebietsabtretungen der Ukraine nicht ausgeschlossen, um einen Friedensschluss zu erreichen. Unklar ist daher, ob seine neuen Aussagen auch die von Russland 2014 annektierte Krim einschließen. Während Kiew strikt jede Abgabe von Staatsgebiet ablehnt, beharrt Moskau weiterhin auf Ansprüchen in der Ostukraine.

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