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Trump-Wähler und die Wirtschaft: Was sie heute denken

Einst wählten sie Trump wegen der Wirtschaft – jetzt lehnen 61% seinen Kurs ab. Eine ernüchternde Bilanz.

Trump-Wähler und die Wirtschaft: Was sie heute denken

Rund 40% der Wähler bei der US-Wahl 2024 nannten die Wirtschaft als ihr wichtigstes Thema – und damit weit vor allen anderen Anliegen. Diese Wählergruppe entschied sich mit 60% zu 38% für Donald Trump. Viele von ihnen vertrauten seinen Versprechen: Inflation bändigen, die US-Infrastruktur wiederaufbauen, Bürokratie abbauen und staatliche Verschwendung reduzieren.

Rund anderthalb Jahre später hat sich das Bild deutlich gewandelt. Laut einer Auswertung von Umfragen des Cook Political Report lehnen inzwischen 61% der Befragten Trumps Umgang mit der Wirtschaft ab – nur 35% befürworten ihn. Das ist ein bemerkenswerter Stimmungsumschwung bei genau jener Wählergruppe, die Trump ins Weiße Haus gebracht hat.

Gemischte wirtschaftliche Bilanz

Die wirtschaftliche Realität unter Trump ist vielschichtig. Auf der Habenseite stehen Steuererleichterungen für die Amerikaner sowie ein Aktienmarkt, der sich trotz anhaltender Handelskriege und bewaffneter Konflikte zu neuen Rekordständen vorgearbeitet hat. Auch der Arbeitsmarkt gilt als stabil.

Auf der anderen Seite häufen sich die Belastungen. Die Inflation hat sich in den vergangenen Monaten verschärft – unter anderem, weil die US-israelische Bombardierung des Irans die Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Wohneigentum bleibt für viele Amerikaner nach wie vor unerreichbar, ein Dauerproblem, das sich unter der aktuellen Regierung nicht gelöst hat.

Hohe Erwartungen, ernüchternde Realität

Der Kontrast zwischen den Wahlversprechen und der gelebten Wirtschaftsrealität dürfte ein zentraler Grund für den Stimmungswandel sein. Wer Trump 2024 wegen wirtschaftlicher Hoffnungen gewählt hat, misst ihn nun an genau diesen Versprechen. Der Aktienmarkt allein reicht vielen Amerikanern nicht als Maßstab für wirtschaftliches Wohlergehen – entscheidend sind für sie Alltagsfragen wie Lebenshaltungskosten, Energiepreise und die Möglichkeit, ein Eigenheim zu erwerben.

Das Wall Street Journal hat Trump-Wähler zu seiner wirtschaftlichen Bilanz befragt und dabei ein differenziertes, aber insgesamt kritisches Bild gezeichnet. Die Zahlen des Cook Political Report unterstreichen: Die Unterstützung für Trumps Wirtschaftspolitik bröckelt – und zwar nicht nur bei seinen Gegnern, sondern auch in seinem eigenen Lager.

Für deutsche Beobachter ist diese Entwicklung von besonderem Interesse, da die US-Wirtschaftspolitik – insbesondere Handelszölle und Energiepreise – direkte Auswirkungen auf die globalen Märkte und damit auch auf deutsche Unternehmen und Anleger hat.

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