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Trump wechselt Air Force One: Katarischer Jet sorgt für Aufsehen

Beim NATO-Gipfel in der Türkei flog Trump überraschend mit einer älteren Maschine ab – und stieg in Großbritannien in den neuen Jet um.

Trump wechselt Air Force One: Katarischer Jet sorgt für Aufsehen

Präsident Donald Trump verließ die Türkei am Mittwoch nicht mit dem neu renovierten, von Katar gespendeten Präsidentenjet, sondern an Bord einer älteren Air Force One. Erst auf dem britischen Militärstützpunkt RAF Mildenhall wechselte er in das neue Flugzeug für den Heimflug nach Washington. Der unerwartete Flugzeugwechsel sorgte für Aufsehen und warf erneut Fragen rund um das umstrittene Luxusgeschenk auf.

Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, er nutze die ältere, babyblaue Air Force One „aus alter Verbundenheit" für den Teilabschnitt von Ankara nach RAF Mildenhall. Das neue Flugzeug legte auf demselben britischen Stützpunkt einen Zwischenstopp ein, damit dort stationierte US-Soldaten die Maschine besichtigen konnten. Videoaufnahmen vom späten Mittwoch zeigten, wie Trump anschließend die neue Maschine für den Flug in die USA bestieg.

Irans Bedrohung als möglicher Hintergrund

Auf die Frage, ob die Gefahr eines Attentats seinen Entschluss zum Flugzeugwechsel beeinflusst habe, antwortete Trump auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des NATO-Gipfels ausweichend. „Ich stehe ganz oben auf der Todesliste des Iran", sagte er Reportern. „Ich weiß es nicht. Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber es ist mir eigentlich egal." Die Reise fand vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen mit dem Iran statt, einem direkten Nachbarland der Türkei.

Der neue Präsidentenjet ist eine Boeing 747, die den Vereinigten Staaten von Katar geschenkt und anschließend vom Rüstungskonzern L3Harris Technologies umgerüstet wurde. Trump wählte persönlich die Lackierung in Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold. Die Modernisierung umfasste laut Experten Sicherheits-Upgrades, Verbesserungen der Kommunikation zum Schutz vor Abhörmaßnahmen sowie Raketenabwehrkapazitäten.

Milliardenschwere Kritik am Katarischen Geschenk

Die Annahme des Luxusjets war von Beginn an politisch umstritten. Demokratische Abgeordnete schätzten die Kosten für den Umbau auf mehr als eine Milliarde US-Dollar und äußerten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Sicherheit. Einige Experten warnten, die Modernisierungen seien so schnell abgeschlossen worden, dass das Flugzeug möglicherweise nicht denselben Sicherheitsstandards entspreche wie die bestehenden Air Force One-Maschinen. Beamte hingegen erklärten, das Flugzeug erfülle die erforderlichen Standards für den Präsidenten.

Der Hintergrund für das Provisorium ist das seit Jahren stockende Boeing-Programm für die nächste Generation der Air Force One. Boeing arbeitet im Rahmen eines 2018 unterzeichneten Festpreisvertrags über 3,9 Milliarden US-Dollar an der Auslieferung von zwei speziell angefertigten Boeing 747-8. Das Programm liegt inzwischen vier Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück, die Auslieferung wird erst für Mitte 2028 erwartet. Da Trumps Amtszeit im Januar 2029 endet, könnte ein neues, in den USA gebautes Flugzeug seine Präsidentschaft nicht mehr rechtzeitig erreichen.

Boeing-Programm mit massiven Kostensteigerungen

Die Gesamtkosten des Boeing-Programms sind inzwischen auf mehr als 5 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das Unternehmen musste im Zusammenhang mit dem Projekt bereits Belastungen in Milliardenhöhe verbuchen. Das beschleunigte Verfahren der US Air Force zur Bereitstellung des katarischen Jets ließ einige geplante Modifikationen für die nächste Generation des Präsidentenflugzeugs bewusst aus, um eine Zwischenversion schneller verfügbar zu machen.

Trump hatte in der Türkei angekündigt, die neue Air Force One werde zwei oder drei große Militärstützpunkte in Europa anfliegen, bevor sie in die USA zurückkehre – „damit die Soldaten sie sehen können, denn sie ist wirklich prächtig". Tatsächlich schien der einzige Zwischenstopp der britische Stützpunkt RAF Mildenhall gewesen zu sein. Trump schrieb später in den sozialen Medien, der Stopp habe „praktisch ohne Abweichung von der Flugroute" gelegen.

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