Trump-Xi-Gipfel: BofA erwartet moderate Yuan-Aufwertung danach
Die Bank of America analysiert historische Muster und prognostiziert nach dem Pekinger Gipfel eine leichte Stärke des chinesischen Yuan.

Die Bank of America hat im Vorfeld des für den 13. bis 15. Mai in Peking geplanten Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping eine historische Analyse der Währungsentwicklung vorgelegt. Die US-Großbank untersuchte die Wertentwicklung des Währungspaares USD/CNY rund um sechs frühere Treffen zwischen Trump und Xi in den vergangenen zehn Jahren. Das Ergebnis: Auf solche Gipfeltreffen folgt in der Regel eine moderate Aufwertung des chinesischen Renminbi.
Konkret zeigen die historischen Daten, dass der Yuan in den zehn Tagen nach einem Trump-Xi-Treffen im Durchschnitt um 30 Basispunkte aufwertete. Im 30-Tage-Zeitraum nach den Gipfeln fiel die Aufwertung mit durchschnittlich 64 Basispunkten sogar noch deutlicher aus. Für Devisenanleger liefert diese Analyse damit einen interessanten historischen Orientierungsrahmen.
Aktienmärkte reagieren vorsichtig
Weniger eindeutig ist das Bild an den chinesischen Aktienmärkten. Der Shanghai Composite Index sank in den zehn Tagen nach den bisherigen Trump-Xi-Treffen im Durchschnitt leicht um 0,4 Prozent. Die BofA wertet dies als Ausdruck einer vorsichtigen Marktstimmung hinsichtlich einer tatsächlichen Entspannung der Handelskonflikte zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Bemerkenswert ist zudem das aktuelle Verhalten der People's Bank of China (PBoC). Die chinesische Zentralbank setzt ihr tägliches Yuan-Fixing derzeit auf einem Niveau fest, das über den Markterwartungen und dem aktuellen Kassakurs liegt. Laut BofA-Analyse deutet dies darauf hin, dass die PBoC im Vorfeld des Gipfels eine leichte Yuan-Schwäche bewusst toleriert.
Breite Agenda über Handel hinaus
Die Themen des bevorstehenden Gipfels sollen Medienberichten zufolge weit über klassische Handels- und Zollfragen hinausgehen. Auf der Agenda stehen demnach auch der Iran, Taiwan sowie Technologie-Lieferketten – Bereiche, die für das globale geopolitische Gleichgewicht von zentraler Bedeutung sind.
Die Interessenlagen beider Seiten sind dabei klar umrissen: Die USA streben Chinas Unterstützung an, um dessen Einfluss auf den Iran zu nutzen und ein Abkommen zu US-Bedingungen zu erzielen. China hingegen drängt auf eine Lockerung der US-Exportkontrollen für fortschrittliche Halbleiter. Im Gegenzug fordern die USA Erleichterungen bei den Exporten Seltener Erden – Rohstoffe, bei denen China eine marktbeherrschende Stellung innehat und die für viele Hochtechnologiebranchen unverzichtbar sind.
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Zur AktienanalyseBegrenzte Erwartungen an Gipfelergebnisse
Die Bank of America dämpft überzogene Erwartungen an das Treffen. Die Analysten rechnen eher mit begrenzten, branchenspezifischen Vereinbarungen als mit einem umfassenden bilateralen Abkommen. Diese Einschätzung deckt sich mit der historisch beobachteten verhaltenen Reaktion der Aktienmärkte nach solchen Gipfeln.
Für deutsche Anleger ist das Treffen dennoch von Bedeutung: Eine Entspannung im US-chinesischen Handelskonflikt würde auch europäische Exporteure und globale Lieferketten entlasten. Gleichzeitig bleibt die Lage rund um Halbleiter-Exportkontrollen und Seltene Erden ein zentrales Risikothema für die deutsche Industrie, die in beiden Bereichen stark von internationalen Lieferketten abhängig ist.


